Politik

"Arrogante Provokationen" Russland kritisiert US-Vorgehen gegen Iran

82985310.jpg

Die Ölproduktion ist für den Iran ein wichtiger Wirtschaftszweig.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das Weiße Haus teilt zu Wochenbeginn mit, noch härter als bislang gegen das iranische Ölgeschäft vorgehen zu wollen. In Moskau wird diese Androhung scharf kritisiert. Und Teheran droht in einem solchen Fall, die wichtige Straße von Hormus zu blockieren.

Russland hat das verschärfte Vorgehen der USA gegen iranische Ölexporte heftig kritisiert. Das russische Außenministerium erklärte, die US-Politik werde immer "aggressiver und rücksichtsloser". "Washington verbirgt nicht einmal seinen Wunsch, die Welt seinem Willen zu unterwerfen." Zugleich lobte Moskau die "Zurückhaltung" Teherans mit Blick auf "die arroganten amerikanischen Provokationen".

Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) drohten indes mit einer Blockade der Straße von Hormus im Persischen Golf, falls die USA den Öl-Export der Islamischen Republik stoppen sollten. Die Straße von Hormus gilt als die wichtigste Öl-Handelsroute, durch die fast ein Drittel der globalen Öl-Exporte verschifft wird. "Solange wir unser Öl exportieren können, bleibt Hormus offen, wenn nicht, dann gibt es dafür keine Logik mehr", sagte IRGC-Marinekommandeur Aliresa Tangsiri laut Nachrichtenagentur Isna.

*Datenschutz

Das Weiße Haus hatte am Montag mitgeteilt, noch härter als bislang gegen das iranische Ölgeschäft vorgehen zu wollen. Ausnahmeregelungen, die einigen Ländern bislang weiterhin den Import iranischen Öls erlaubten, sollen Anfang Mai beendet werden. Die Entscheidung der USA führte im Iran zu unterschiedlichen Reaktionen. In staatlichen Kreisen gab es die üblichen Aufrufe zum Widerstand gegen den "Großen Satan" (USA). Die Menschen im Land jedoch befürchten, dass ohne Öl-Export, die Haupteinnahmequelle des Landes, die bereits akute Wirtschaftskrise noch schlimmer werden und ihre Existenz gefährden könnte.

Ausnahmeregeln werden nicht verlängert

Die Regierung von Präsident Donald Trump hatte im November umfassende Sanktionen gegen die iranische Öl- und Bankenbranche verhängt. Betroffen sind davon auch Unternehmen aus Drittstaaten, die in den sanktionierten Bereichen mit dem Iran Geschäfte machen. Von den Strafmaßnahmen ausgenommen wurden damals für sechs Monate Unternehmen aus China, Griechenland, Indien, Italien, Japan, Südkorea, Taiwan und der Türkei. Die Ausnahmeregelungen für diese acht Länder werden nun nicht verlängert.

Die USA haben die Sanktionen gegen den Iran seit vergangenem Jahr sukzessive verschärft, nachdem Trump im Mai einseitig aus dem Atomabkommen mit Teheran ausgestiegen war. Er betrachtet die Vereinbarung von 2015 zur Begrenzung des iranischen Nuklearprogramms als unzulänglich.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/dpa

Mehr zum Thema