Politik

Stützpunkt russischer Marine? Russland meldet Beschuss von Bohrinsel durch Ukraine

31442306.jpg

Eine Hubinsel von Tschernomorneftegas steht 2012 vor der Krim.

(Foto: picture alliance / dpa)

Im Schwarzen Meer fördern mehrere Bohrinseln Öl und Gas - behauptet Russland. Die Ukraine ist dagegen überzeugt, dass es sich um Stützpunkte der russischen Marine handelt. Einem Bericht zufolge eröffnet sie deswegen zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage das Feuer auf eine Plattform.

Ukrainische Streitkräfte haben einem Medienbericht zufolge erneut eine Gasförderplattform im Schwarzen Meer beschossen. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Vertreter der annektierten Halbinsel Krim. Es sei niemand verletzt worden. Nicht bekannt ist, ob ein Feuer ausgebrochen ist.

Dem Krim-Vertreter zufolge handelt es sich um eine der Bohrplattformen, die bereits am vergangenen Montag angegriffen wurden. Den Angaben zufolge befanden sich damals 109 Menschen an Bord der Inseln. Drei von ihnen wurden demnach verletzt, sieben weitere werden vermisst. Die Sucharbeiten werden dem Bericht zufolge fortgesetzt.

Bei den Plattformen soll es sich um mobile Hubinseln handeln, die über absenkbare Standbeine verfügen, die im Meeresboden versenkt werden können. Sie werden von dem Unternehmen Tschernomorneftegas betrieben, das seinen Sitz in der Krim-Hauptstadt Simferopol hat und mehrere Gas- und Ölfelder im Schwarzen Meer und im Asowschen Meer ausbeutet. Eigentlich ist das Unternehmen eine Tochter des ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz. Nach der russischen Annexion der Krim wurde es vom separatistischen Regionalparlament beschlagnahmt. Im Dezember 2015 schleppte Tschernomorneftegas zwei Bohrinseln, die ein Gasfeld in den Gewässern vor der ukrainischen Schwarzmeerstadt Odessa ausbeuten sollten, mithilfe des russischen Militärs vor die Küste der Krim.

Mehr zum Thema

Nach russischen Angaben musste die Produktion der Förderplattformen nach dem Beschuss am Montag gestoppt werden. Die Ukraine dagegen ist überzeugt, dass sie derzeit nicht zur Förderung von Gas, sondern vom russischen Militär genutzt werden. Auf den Bohrinseln lagere unter anderem Ausrüstung zur Luftverteidigung, erklärte der Sprecher der Militärverwaltung von Odessa, Serhij Bratschuk, nach dem Angriff am vergangenen Montag. Er bezeichnete die Plattformen, auf der sich auch eine Radarstation befinden soll, als "Augen und Ohren der russischen Schwarzmeerflotte".

Zu dieser Darstellung passt, dass sich die Bohrinseln inzwischen wieder 122 Kilometer von der Küste der Krim entfernt im Schwarzen Meer befinden. Darauf weisen unter anderem frei zugängliche Satellitenbilder hin, die auf Twitter geteilt wurden. Russland wolle so die "volle Kontrolle über den nordwestlichen Teil des Schwarzen Meeres erlangen", hatte der Sprecher der Militärverwaltung von Odessa, Bratschuk, unter der Woche erklärt.

Quelle: ntv.de, chr/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen