Politik

"Haben Aufgaben erfüllt" Russland meldet Teil-Rückzug von ukrainischer Grenze

Seit Monaten absolviert Russland nahe der Grenze zur Ukraine Militärmanöver. Nun kehren erste Einheiten in ihre Heimatgarnisonen zurück. Der Kreml macht aber weder Angaben darüber, wie viele Soldaten die Region verlassen, noch ob es sich um einen Abzug oder Austausch handelt.

Einige der seit Monaten an der ukrainischen Grenze stationierten russischen Soldaten sind nach Kreml-Angaben zurück in ihre Heimatgarnisonen beordert worden. Einheiten aus den Militärbezirken im Süden und Westen Russlands hätten ihre "Aufgaben erfüllt" und würden sich noch im Laufe des Tages auf den Weg zurück in ihre Militärbasen machen, sagte Igor Konaschenkow, Sprecher des Verteidigungsministeriums, nach Angaben von russischen Nachrichtenagenturen.

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatte dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Montag mitgeteilt, dass einige der umstrittenen Militärmanöver der russischen Armee im eigenen Land sowie in Belarus ihrem Ende zugingen. Der massive russische Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine schürt seit Wochen die Furcht vor einem russischen Einmarsch in das Nachbarland.

Der Teil-Abzug russischer Truppen wird von vielen als Zeichen der Deeskalation gesehen. Der ukrainische Außenminister, Dmytri Kuleba, sagte dazu in einem Pressebriefing: "Wir glauben es erst, wenn wir es sehen." Auch die britische Regierung warte laut BBC ab, wie groß der Abzug ausfalle. Russland müsse alle Truppen nahe der ukrainischen Grenze abziehen, um zu untermauern, dass das Land keine Invasion plane.

Konaschenkow betonte, dass Russland einen "Komplex von großangelegten Maßnahmen zur operativen Ausbildung von Truppen und Streitkräften" fortsetze. Dennoch wurde das Vorgehen als möglicher Schritt der Entspannung gewertet. Die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, schrieb im sozialen Netzwerk Telegram: "Der 15. Februar 2022 wird als Tag des Scheiterns der westlichen Kriegspropaganda in die Geschichte eingehen." Der Westen habe sich blamiert.

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Nach US-Angaben wurden in dem Grenzgebiet "deutlich" über 100.000 russische Soldaten mobilisiert. Für zusätzliche Besorgnis sorgte auch ein russisches Marinemanöver nahe der Krim-Halbinsel im Schwarzen Meer. Als Reaktion auf die russischen Truppenbewegungen hatte der Westen seine Militärpräsenz in Osteuropa verstärkt. Am Montag trafen die ersten zusätzlichen Bundeswehrsoldaten zur Stärkung der sogenannten Enhanced Forward Presence (EFP) der NATO im EU-Land Litauen ein. Insgesamt will die Bundeswehr 350 weitere Soldaten und etwa hundert Militärfahrzeuge nach Litauen entsenden.

Bisher sind rund 550 deutsche Soldaten in der früheren Sowjetrepublik stationiert. Der Ukraine-Konflikt steht auch im Zentrum des Besuchs von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bei Putin an diesem Dienstag in Moskau. Am Montag hatte Scholz bereits den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj in Kiew getroffen.

Quelle: ntv.de, mba/AFP/dpa

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