Politik

Geheimdienstbericht deckt auf Russland muss Munition in Nordkorea kaufen

imago0160636025h.jpg

Geht Russland die Munition aus?

(Foto: IMAGO/SNA)

Artikel anhören
Diese Audioversion wurde mit Sprachproben unserer Moderatoren künstlich generiert.
Wir freuen uns über Ihr Feedback zu diesem Angebot.

Explosionen in Militärlagern und westliche Sanktionen scheinen der russischen Kriegsmaschinerie zuzusetzen. Geheimdienstberichten zufolge kauft der Kreml daher bereits Munition und Waffen von Nordkorea. Militärexperten sehen darin einen Akt der Verzweiflung.

Russland bezieht wegen der westlichen Sanktionen offenbar Artillerie-Munition und Granaten aus Nordkorea. Das berichtet die "New York Times" unter Berufung auf kürzlich freigegebene Informationen des US-Geheimdienstes. Die Käufe zeigten, dass die Sanktionen zu greifen begännen und die Fähigkeit Russlands einschränkten, seine Invasion in der Ukraine aufrechtzuerhalten, zitierte das Blatt zwei US-Regierungsvertreter.

Die Vereinigten Staaten lieferten nur wenige Details über die Waffen, den Zeitpunkt oder den Umfang der Lieferung. Laut Zeitung gebe es noch keine Möglichkeit, den Verkauf unabhängig zu überprüfen. Ein US-Beamter sagte, es sei zu erwarten, dass Russland versuchen werde, neben Kurzstreckenraketen und Artilleriegranaten weitere nordkoreanische Ausrüstung zu erwerben.

Die Veröffentlichung des Berichts kommt wenige Tage nach der Ankündigung, dass der Iran Kampfdrohnen an Russland liefere. Laut Pentagon seien jedoch viele dieser Drohnen fehlerhaft. Einem Pentagon-Sprecher zufolge sei es wahrscheinlich Teil der russischen Pläne, Hunderte iranische Drohnen unterschiedlicher Machart zu importieren.

Sowohl der Iran als auch Nordkorea sind aufgrund US-amerikanischer und internationaler Sanktionen weitgehend vom internationalen Handel abgeschnitten. Geschäfte mit Russland stellen daher für beide Länder kein großes Risiko dar. Der Kauf von Waffen aus Nordkorea wäre allerdings ein Verstoß gegen die Resolutionen der Vereinten Nationen, mit denen die Weiterverbreitung von Waffen aus Pjöngjang eingedämmt werden soll.

Das neue Abkommen mit Nordkorea zeige vielmehr die Verzweiflung in Moskau, sagte der Militärexperte Frederick W. Kagan der "New York Times". Die Hinwendung zu Nordkorea sei ein Zeichen dafür, dass Russland anscheinend nicht in der Lage sei, die einfachsten Materialien zu produzieren, die für einen Krieg benötigt würden. "Der einzige Grund, warum der Kreml Artilleriegranaten oder Raketen von Nordkorea oder anderen Ländern kaufen sollte, ist, dass Putin nicht willens oder in der Lage ist, die russische Wirtschaft auch nur im Ansatz für einen Krieg zu mobilisieren", sagte Kagan.

Russland spricht von Unfällen

Die Ukraine hatte an mehreren Orten eine Gegenoffensive gestartet und russische Munitionslager zerstört. In der Region Cherson sollen es ukrainischen Angaben zufolge alleine vier gewesen sein. Ende August war Munition in einem russischen Depot bei dem Dorf Timonowo detoniert. Der Gouverneur der russischen Region Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, sprach von einer Selbstzündung der Geschosse, die noch nicht entschärft worden seien. In großer Hitze habe die Linsenwirkung, die Sonnenlicht verstärkt, eine Rolle gespielt. Niemand sei verletzt worden, meldete die Agentur Interfax.

Ähnliche Vorfälle mit hohen Schäden gab es in den vergangenen zwei Wochen auch auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim. Russische Behörden sprachen jeweils von Unfällen und Fahrlässigkeit. Allerdings legen die Umstände nahe, dass es sich eher um ukrainische Angriffe handelte.

Quelle: ntv.de, mba/rts/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen