Politik

Manöver im Schwarzen Meer Russland schickt 15 Kriegsschiffe zur Krim

AP_16253423052925.jpg

Ähnliche Manöver des russischen Militärs im Schwarzen Meer hat es früher schon gegeben - etwa 2016.

(Foto: AP)

Nachdem der Kreml erst kürzlich Truppen an die ukrainische Grenze verlegt hat, sollen nun über Monate 15 Kriegsschiffe durchs Schwarze Meer kreuzen. Zwar handelt es sich russischen Angaben zufolge lediglich um ein Manöver, dennoch ruft das Vorgehen im Westen Besorgnis hervor.

Inmitten neuer Spannung in der Ostukraine hat Russland 15 Kriegsschiffe für ein Manöver ins Schwarze Meer geschickt. Sie hätten inzwischen die Meerenge von Kertsch an der Halbinsel Krim passiert, teilte die Marine der Agentur Interfax zufolge mit. Wie lange die Übungen dauern werden, ist nicht offiziell bekannt. Zuvor hatten die USA nach Beschwerden Russlands die Entsendung zweier Kriegsschiffe ins Schwarze Meer türkischen Angaben zufolge abgesagt.

Am Freitag hatte das russische Verteidigungsministerium erklärt, wegen des Manövers sollten über Monate bestimmte Seegebiete an der Krim abgesperrt werden. Die Schifffahrt an der Meerenge sei davon aber nicht betroffen, hieß es. Dennoch gab es Kritik von EU, Nato und der Ukraine an dem Vorgehen Russlands. Ein ranghoher EU-Beamter sprach von einer "äußerst besorgniserregenden Entwicklung".

Wegen eines russischen Truppenaufmarschs unweit der ukrainischen Grenze wächst international die Sorge vor einer Eskalation. Seit knapp sieben Jahren werden Teile der Gebiete Donezk und Luhansk entlang der russischen Grenze von moskautreuen Separatisten kontrolliert. UN-Schätzungen zufolge sind bei den Kämpfen mehr als 13.000 Menschen getötet worden. Ein 2015 mit deutsch-französischer Vermittlung vereinbarter Friedensplan liegt auf Eis.

"Keine Angriffsvorbereitungen"

Mehr zum Thema

Der Chef der ukrainischen Militäroperation, Sergej Najew, deutete indes an, dass er nicht mit einem neuen Krieg rechnet. "Wir sehen da keine Angriffsvorbereitungen", sagte er in der Nacht im ukrainischen Fernsehen. "Tatsächlich sind Feldhospitäler aufgebaut worden." Alle Einheiten befänden sich in Lagern, auf Schießplätzen. "In Militärsprache reden wir von einer Demonstration der Stärke."

Erst am Freitag hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron bei einem Gespräch mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj besorgt über den russischen Truppenaufmarsch gezeigt und Moskau zu einem Abzug aufgerufen. Unterdessen ist in der russischen Stadt St. Petersburg ein ukrainischer Diplomat festgenommen worden. Er habe als geheim eingestufte Dokumente erhalten, teilte der Inlandsgeheimdienst FSB mit. Das sei mit dem Status eines Diplomaten nicht vereinbar.

Quelle: ntv.de, jug/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.