Politik

Folgen für Moral und Disziplin Russland soll "verheerende Verluste" bei Offizieren haben

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Zerstörte Panzer zeugen von den schweren Verlusten Russlands in der Ukraine.

(Foto: IMAGO/Le Pictorium)

Dutzende ranghohe Offiziere sollen auf russischer Seite bereits im Ukraine-Krieg gefallen sein. Die Meldungen, die oft auf ukrainischen Angaben basieren, werden von westlichen Geheimdienstinformationen gestützt. Die Folgen für die russischen Soldaten sollen enorm sein.

Russland hat im Krieg gegen die Ukraine nach britischen Erkenntnissen "verheerende Verluste" in seinem Offizierskorps erlitten. Brigade- und Bataillonskommandeure seien an vorderster Front aktiv, teilte das Verteidigungsministerium in London unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit. Dies liege zum einen daran, dass sie für den Erfolg ihrer Einheiten persönlich verantwortlich gemacht würden. Zudem fehlten der russischen Armee qualifizierte Unteroffiziere, die bei westlichen Streitkräften diese Rolle erfüllten.

Diese schweren Verluste aber hätten mehrere Folgen für die russischen Streitkräfte, betonte das Ministerium. So seien neu zusammengestellte Bataillone wegen des Mangels an Nachwuchsführungskräften vermutlich weniger effektiv. Zudem bestehe die Gefahr, dass sich bestehende Probleme wie ein Mangel an Disziplin und schwache Moral noch verschärften. Es gebe glaubwürdige Berichte über vereinzelte Meutereien. Schließlich werde die Modernisierung der Armee weiter erschwert, teilte das Ministerium weiter mit.

Berichte über gefallene hochrangige russische Generäle und Offiziere gibt es bereits seit Kriegsbeginn. Zuletzt soll Putin zwei Offiziere verloren haben, wie ukrainische Medien berichten. Der 34-jährige Oberst Alexander Dosiagaiew soll von ukrainischen Truppen getötet worden sein. Er befehligte demnach das 104. Bataillon der Fallschirmjäger, Teile seiner Truppen sollen auch in Butscha stationiert gewesen sein.

Verdeckte Mobilisierung von Militärs

Das russische Medienunternehmen Mediazona bestätigte den Tod eines weiteren Obersts, der bereits im März getötet wurde. Der 41-jährige Wladimir Iwanow wurde in den ukrainischen Medien als "Propagandist" bezeichnet, weil er in der Abteilung für Information und Massenkommunikation des russischen Verteidigungsministeriums tätig war.

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Vor wenigen Tagen vermeldeten ukrainische Medien zudem den Abschuss eines russischen Kampfjets. Der BBC zufolge soll Generalmajor Kanamat Botaschow im Cockpit gesessen haben. Botaschow wäre der ranghöchste russische Luftwaffenoffizier, der seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine getötet wurde. Allerdings wurde er 2013 nach dem Absturz mit einer Su-27 aus der Armee in die Reserve entlassen. Wie sich herausstellte, hatte er den Kampfjet ohne die nötige Zulassung geflogen. Damals konnte Botaschow sich per Schleudersitz retten. Wie der General zum Einsatz in der Ukraine kam, ist nicht geklärt.

Medien zufolge in Russland läuft seit Monaten eine verdeckte Mobilisierung von Militärs, die in den Ruhestand versetzt wurden. So sollen bisher schon mindestens neun russische Reserveoffiziere, die älter als 50 Jahre alt waren, während des Kriegs in der Ukraine ums Leben gekommen sein.

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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