Politik

Putin entsendet Delegation Russland und China laden Iran in Staatenbund ein

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Wladimir Putin (r) und Ebrahim Raisi sind über die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) miteinander verbunden.

(Foto: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP)

Gegen Russland und den Iran verhängt der Westen Sanktionen, aus Chinas Wirtschaft zieht er sich teilweise zurück. Nun wollen die drei Länder gleich auf mehreren Ebenen ihre Kooperation vertiefen. Präsident Putin macht gegenüber Teheran konkrete Zusagen.

Die unter anderem von Russland und China gegründete Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) treibt die Vergrößerung des Staatenbundes mit der geplanten Aufnahme des Irans voran. Die Teheraner Führung unterzeichnete ein Abkommen über einen Wechsel vom bisherigen Beobachterstatus hin zur vollständigen Mitgliedschaft, wie Außenminister Hossein Amirabdollahian auf seiner Instagram-Seite mitteilte. Der Iran habe damit die nächste Stufe verschiedener Kooperationen in den Bereichen Handel und Energie erreicht.

Am SOZ-Gipfel im usbekischen Samarkand nimmt iranischen Medien zufolge Präsident Ebraim Raisi teil. Er sollte dort auch mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin sprechen. Putin, der seinerseits bei dem Gipfel in der Stadt an der Seidenstraße mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zusammenkommen sollte, versprach dem Iran einer Agenturmeldung zufolge eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit. Bereits kommende Woche solle eine Delegation von 80 großen russischen Unternehmen die Islamische Republik besuchen, erklärte Putin laut der russischen Staatsagentur RIA.

Putin kündigte an, "alles" dafür zu tun, um den Iran als ständiges Mitglied in die SOZ zu integrieren. "Auf bilateraler Ebene entwickelt sich die Zusammenarbeit positiv", sagte Putin. Der Iran bemüht sich in den Kreisen der SOZ darum, die Folgen der vor allem von den USA im Atomstreit verhängten Sanktionen abzufedern. Russland wiederum ist nach dem Einmarsch in der Ukraine seinerseits mit schärfsten Strafmaßnahmen der USA und der EU belegt worden und streckt die Fühler vor allem nach Osten aus.

Gemeinsame Militärübung von Moskau und Peking

Die 2001 gegründete SOZ umfasste zunächst neben China und Russland ehemalige Sowjetrepubliken in Zentralasien wie den diesjährigen Gipfel-Gastgeber Usbekistan. Vor vier Jahren wurde sie um Indien und Pakistan erweitert und hat aktuell acht Mitgliedsländer. Bis der Iran die volle Mitgliedschaft bekommt, dürfte es nach Einschätzung von SOZ-Vize-Generalsekretär Grigory Logwinow noch einige Zeit dauern.

Bis dahin könnten Vertreter Teherans aber bereits an Treffen teilnehmen, sagte Logwinow dem russischen Staatsfernsehen. Der Iran hatte im Juli Verständnis für das russische Vorgehen in der Ukraine geäußert. Die militärische und diplomatische Annäherung Russlands an China wird ihrerseits im Westen mit Sorge betrachtet. Parallel zu dem Treffen in Usbekistan starteten die russische und die chinesische Marine eine gemeinsame Militärübung im Pazifik. Beim SOZ-Gipfel im vergangenen Jahr hatten China und Russland für eine stärkere Unterstützung Afghanistans nach der Machtübernahme durch die radikalislamischen Taliban plädiert.

Quelle: ntv.de, lve/rts

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