Politik

"Schwarze Liste" immer länger Russland verbietet britischen Journalisten Einreise

288267959.jpg

Auch BBC-Chef Tim Davie darf nicht mehr nach Russland.

(Foto: picture alliance / empics)

Ein weiterer Schritt Russlands gegen die Pressefreiheit im Land: Das Außenministerium belegt viele britische Journalisten und Medienvertreter mit einem Einreiseverbot, teils mit absurden Begründungen. Auch Vertreter des britischen Verteidigungsministeriums landen auf der "schwarzen Liste".

Russland hat weitere rund 50 britische Staatsbürger, darunter vor allem Journalisten und Medienvertreter, mit Einreiseverboten belegt. Das russische Außenministerium veröffentlichte 49 Namen in Ergänzung zu einer langen "schwarzen Liste", auf der bereits Hunderte westliche Staatsbürger stehen. Unter den Genannten sind auch der BBC-Chef Tim Davie, die Chefredakteure mehrerer britischer Zeitungen sowie die früheren Russland-Korrespondenten Shaun Walker und Luke Harding, die für die Zeitung "The Guardian" arbeiten.

Harding war schon in der Vergangenheit trotz Visums und Akkreditierung an der Einreise nach Russland gehindert worden. Namentlich genannt sind auch zahlreiche Korrespondenten der BBC sowie Journalisten der Zeitungen "Daily Mail", "The Times", "Financial Times", "The Daily Telegraph", "The Sunday Times" und von Fernsehsendern. Die Sanktionen gegen die Journalisten seien eine Reaktion auf die Strafmaßnahmen gegen russische Medienvertreter in Großbritannien, hieß es.

"Anheizung von Russophobie"

Die genannten britischen Journalisten seien beteiligt an der "absichtlichen Verbreitung von verlogenen und einseitigen Informationen über Russland und die Ereignisse in der Ukraine und im Donbass", teilte das Ministerium unbegründeter Weise weiter mit. "Mit ihren voreingenommenen Bewertungen tragen sie auch zur Anheizung von Russophobie in der britischen Gesellschaft bei."

Auf der Liste stehen zudem 20 Namen von Vertretern des britischen Verteidigungsministeriums und der Rüstungsindustrie - "im Zusammenhang mit antirussischen Handlungen der britischen Regierung", hieß es in der Mitteilung des Ministeriums in Moskau. Demnach ergingen die Sanktionen wegen britischer Waffenlieferungen an die Ukraine. Diese Waffen würden zur "Tötung der friedlichen Bevölkerung und zur Vernichtung der zivilen Infrastruktur eingesetzt", behauptete das Ministerium.

Die prorussischen Separatisten im Donbass beklagen seit 2014 bereits einen massiven Beschuss von ukrainischer Seite durch westliche Waffen. Tausende Menschen sind dort durch Kämpfer von beiden Seiten gestorben. Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine wurden die Gefechte vor allem in den vergangenen Wochen enorm intensiviert.

Quelle: ntv.de, dbe/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen