Politik

Geheime Forschung zu Bio-Waffen Russland vermutet US-Labor in Georgien

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(Foto: imago/ITAR-TASS)

Nachdem die USA sieben russische Agenten anklagen, kontert Moskau mit scharfen Vorwürfen. Die US-Regierung führe in Georgien geheime Laborprojekte durch, die bereits 73 Menschen das Leben gekostet hätten.

Russland hat den USA heimliche Forschungen zu biologischen Waffen in einem georgischen Labor vorgeworfen. Die US-Armee entwickle im nahe der georgischen Hauptstadt Tiflis gelegenen Richard-Lugar-Zentrum potenzielle Kampfmittel wie Anthrax oder von Insekten übertragene Krankheiten, sagte Igor Kirillow, Leiter von Russlands Abwehreinheit gegen atomare, biologische und chemische Waffen. Damit verstoße Washington "höchstwahrscheinlich" gegen internationale Verträge.

Das Lugar-Zentrum sei 2011 von den USA gegründet und in diesem Jahr um ein achtstöckiges Gebäude erweitert worden, sagte Kirillow. Zwei Etagen seien in der Hand der US-Armee: Dort würden Patienten behandelt, "die mit Auslösern von besonders gefährlichen Krankheiten infiziert wurden". Die Versuche seien ohne Wissen der georgischen Patienten ausgeführt worden, 73 Menschen seien dabei gestorben.

Georgische Angestellte haben demnach keinen Zutritt zu den Labors. Biologen der US-Armee dagegen verfügten über diplomatische Immunität. Kirillow bezog sich bei seinen Vorwürfen auf Material, das von dem ehemaligen georgischen Geheimdienstchef Igor Giorgadse stamme.

Die USA wiesen die Anschuldigungen umgehend zurück. In dem Zentrum würden Menschen vor "biologischen Gefahren" geschützt, sagte Pentagon-Sprecher Eric Pahon. Das georgische Gesundheitsministerium bezeichnete die Vorwürfe als "absurd".

Wenige Stunden zuvor hatten mehrere westliche Staaten Russland großangelegte Cyberangriffe vorgeworfen. Besonders empört zeigten sich die EU und europäische Regierungen über einen mutmaßlichen Angriff auf die in Den Haag ansässige Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW).

Quelle: ntv.de, lou/AFP