Politik

"Sie lügen" Russlands Medien kritisieren Reuters-Bericht

Russland steht im Verdacht, sich in den US-Wahlkampf eingeschaltet zu haben - pro Donald Trump. Ein russisches Institut soll dafür die Blaupausen erarbeitet haben, wie nun US-Insider behaupten. Moskau sieht das ganz anders.

Russlands staatliches Medienunternehmen Rossija Sewodnja hat heftige Kritk an einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters über eine geplante russische Einflussnahme auf die US-Wahl geäußert. "Reuters schreibt, dass sie von sieben Leuten wissen, die schwören, sie hätten einen geheimen russischen Bericht mit ihren eigenen Augen gesehen", sagte Rossija-Sewodnja-Chefredakteurin Margarita Simonjan der Nachrichtenagentur Ria. "Gebt Reuters einen Oscar für das beste Drehbuch - Sie haben es verdient." Simonjan kündigte an, ihr Medienunternehmen werde einen Vertrag mit Reuters über die Lieferung von Video-Beiträgen nicht verlängern, "weil sie lügen".

Reuters hatte berichtet, dass ein Institut der russischen Regierung Insidern zufolge im vergangenen Jahr einen Plan zur Beeinflussung der US-Präsidentenwahl entwickelte. Eine Reuters-Sprecherin sagte, die Agentur halte an dem Bericht fest. Darin sagten drei amtierende und vier frühere amerikanische Behördenmitarbeiter, Ziel sei es gewesen, einen Umschwung zugunsten des späteren Siegers Donald Trump zu erreichen und das Vertrauen in das US-Wahlsystem zu untergraben.

Das Russische Institut für Strategische Studien (RISS) habe zwei entsprechende Papiere verfasst. Diese Dokumente seien die Grundlage für die Einschätzung der US-Geheimdienste gewesen, wonach Russland versuchte, die Wahl zu beeinflussen. Die Moskauer Forschungseinrichtung wird von hochrangigen Ex-Geheimdienstlern geleitet, die vom Präsidialamt ernannt werden. Die russische Regierung wies den Bericht als falsch zurück.

Quelle: ntv.de, bad/rts