"Russischer Bär existiert nicht"Rutte: Moskaus Armeen kaum schneller als eine Gartenschnecke

Seit vier Jahren läuft der russische Großangriff in der Ukraine - laut Nato-Chef Rutte mit überschaubarem Erfolg. Der Niederländer vergleicht das Tempo der Kreml-Truppen mit dem einer Gartenschnecke. Zudem verweist er auf die hohen Verluste von Putins Armeen.
Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat das Tempo des russischen Vormarsches in der Ukraine mit dem einer Gartenschnecke verglichen. "Dieser sogenannte russische Bär existiert nicht", sagte er bei der Münchner Sicherheitskonferenz. "Unterm Strich bewegt sich das kaum schneller als eine Gartenschnecke."
Rutte verwies zudem auf die enormen Verluste der russischen Streitkräfte in dem Angriffskrieg. Allein im Dezember seien 35.000 russische Soldaten gefallen, im Januar 30.000. "Das sind die Fakten. Deshalb müssen wir die Ukraine stark halten, denn wir sehen, dass sie unsere Unterstützung bestmöglich nutzt", sagte er. Er wolle bei der Münchner Sicherheitskonferenz klarmachen, dass die Russen nicht gewinnen, wie manche dächten.
Bereits Mitte der Woche hatte ein ranghoher Nato-Beamter die Zahl der im vergangenen Jahr getöteten oder verletzten russischen Soldaten auf etwa 400.000 beziffert. Insgesamt summiere sich die Zahl der Verluste damit auf rund 1,3 Millionen. Darunter seien schätzungsweise 350.000 getötete russische Soldaten. "Moskau opfert damit mehr Männer und Frauen als in jedem europäischen Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg", sagte er.
Die Lage für die ukrainischen Streitkräfte bezeichnete der Nato-Beamte dennoch als "weiter schwierig". Russische Kräfte machten entlang mehrerer Abschnitte der Front weiterhin schrittweise Geländegewinne, erklärte er. Zu den begrenzten russischen Erfolgen im vergangenen Monat habe neben dem für Russland günstigen Kräfteverhältnis sehr wahrscheinlich auch das schlechte Wetter beigetragen. Dieses habe die Wirksamkeit der ukrainischen Abwehrdrohnen reduziert.
"Russische Truppen halten den Druck auf ukrainische Kräfte durch den massiven Einsatz von Drohnen und Artillerie aufrecht und setzen auf zermürbende Taktiken", sagte der Beamte. Ihre operative Wirksamkeit werde allerdings durch die Qualität des Personals, logistische Belastungen und Anpassungen der gegnerischen Kräfte begrenzt. Deshalb bleibe ein vollständiger Zusammenbruch der ukrainischen Verteidigung trotz begrenzter Reserven und dünner Verteidigungslinien in diesem Jahr eher unwahrscheinlich.