Politik

Flüchtlingskrise in Griechenland SPD-Chef will Kinder aus Lagern herausholen

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Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Die humanitäre Lage in griechischen Flüchtlingslagern ist schlecht und die Situation an der Grenze zwischen der Türkei und Griechenland spitzt sich weiter zu. Unter den Migranten vor Ort sind auch viele Kinder. SPD-Vorsitzender Walter-Borjans mahnt zu rascher Unterstützung für etwa 1000 Minderjährige.

Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans hat rasche Unterstützung für Kinder in den überfüllten Flüchtlingslagern in Griechenland angemahnt. Die Europäische Union dürfe nicht zusehen, wie Kinder sterben, sagte Walter-Borjans im "Interview der Woche" des Deutschlandfunks. Etwa 1000 unbegleitete Minderjährige müssten schnell aus den Lagern herausgeholt werden.

Der SPD-Chef setzt demnach auf die Beteiligung anderer europäischer Staaten. Aber: "Wir werden die Menschen nicht sterben lassen, wenn diese Lösung nicht schnell herzustellen ist, dann muss Deutschland handeln, erst recht, wenn SPD-geführte Bundesländer und viele Kommunen die Bereitschaft erklärt haben, diese überschaubare Zahl von Menschen aufzunehmen."

Darüber hinaus brauche Griechenland Unterstützung bei der Aufnahme von Flüchtlingen. EU-Staaten, die sich nicht beteiligen, müssten seiner Ansicht nach bei den Haushaltsbeschlüssen entsprechend sanktioniert werden.

Die Spitzen von Union und SPD kommen am Sonntagabend im Bundeskanzleramt zu einem Koalitionsgipfel zusammen. Neben der Coronavirus-Krise soll es auch um die Lage an der griechisch-türkischen Grenze gehen. Tausende Migranten und Flüchtlinge hatten sich dorthin auf den Weg gemacht, nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Grenzen nach Europa für geöffnet erklärt hatte.

Quelle: ntv.de, agr/dpa