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"Vom Islamismus distanziert" Salafistenprediger bald wieder auf freiem Fuß

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Sven Lau gilt auch als Mitgründer einer "Scharia-Polizei".

(Foto: picture alliance / Rolf Vennenbe)

Der ehemalige Salafistenprediger Sven Lau ist für die Unterstützung einer islamistischen Miliz zu über fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Oberlandesgericht entscheidet jetzt, ihn auf Bewährung zu entlassen und ist sich sicher, dass er sich von seiner früheren Haltung distanziert hat.

Der ehemalige Mönchengladbacher Salafistenprediger Sven Lau kommt vorzeitig aus der Haft frei. Der zuständige Strafsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf habe einer Haftentlassung von Lau nach Verbüßung von zwei Dritteln seiner fünfeinhalbjährigen Freiheitsstrafe zugestimmt, bestätigte ein OLG-Sprecher.

Lau war am 26. Juli 2017 wegen Unterstützung der als Terrorvereinigung eingestuften islamistischen Miliz Jamwa in Syrien zu der Haftstrafe verurteilt worden. Bei der Haftdauer wird auch die Untersuchungshaft angerechnet, so dass der frühere Salafistenprediger nunmehr zwei Drittel seiner Strafe absaß.

Bei Laus Verurteilung sah es der Düsseldorfer Staatsschutzsenat als erwiesen an, dass der zum Urteilszeitpunkt 36-Jährige von Deutschland aus der islamistischen Jamwa-Miliz zwei Kämpfer vermittelt hatte. Zudem unterstützte er laut Urteil die später in der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat aufgegangene Jamwa mit 250 Euro Bargeld sowie durch die Anschaffung von drei Nachtsichtgeräten im Wert von rund 1440 Euro. Der Verteidiger hatte damals einen Freispruch beantragt.

Das Oberlandesgericht hat nach eigenen Angaben vor seiner Entscheidung über die Haftentlassung unter anderem Stellungnahmen der Justizvollzugsanstalt sowie des Aussteigerprogramms für Islamisten eingeholt, an dem der ehemalige Salafistenprediger teilnimmt. Demnach sei davon auszugehen, dass "Sven Lau nach der mehrjährigen Haft künftig keine Straftaten mehr begehen wird. Von seiner ursprünglichen radikal-islamischen Haltung hat er sich deutlich distanziert".

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Quelle: n-tv.de, joh/AFP

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