Politik

40 Migranten und ein Vogel Salvini fühlt sich von Deutschland "erpresst"

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Der Nymphensittich "Jacques" weicht einem Familienvater aus Kamerun nicht von der Seite.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Rettungsschiff "Alan Kurdi" wartet im Mittelmeer auf die Erlaubnis, 40 Migranten und einen Vogel in Italien an Land bringen zu dürfen. Die deutsche Bundesregierung soll Salvini dazu einen Tausch vorgeschlagen haben. Den jedoch empfindet der Innenminister als "Erpressung".

Italiens Innenminister Matteo Salvini hat Deutschland "Erpressung" bei der Verteilung von Migranten von Rettungsschiffen vorgeworfen. "Von der deutschen Regierung sind miserable Signale gekommen", sagte der Chef der rechten Lega dem Sender "Sky TG24". In einer E-Mail habe die Bundesregierung Italien vorgeschlagen, dass Deutschland 30 Migranten von dem italienischen Küstenwachenschiff "Gregoretti" übernehme, wenn im Gegenzug die 40 Migranten auf dem deutschen Rettungsschiff "Alan Kurdi" in Italien aussteigen dürften.

Die "Alan Kurdi" der Regensburger Organisation Sea-Eye hatte die Migranten diese Woche vor Libyen gerettet und ist derzeit südlich der italienischen Insel Lampedusa. Salvini hat dem Schiff die Einfahrt bereits verboten. Die Organisation werde sich nicht über das Verbot hinwegsetzen und hoffe auf eine schnelle Lösung, sagte Sea-Eye-Sprecher Gorden Isler. "Es ist nicht unsere Aufgabe, uns mit der italienischen Regierung anzulegen." Die "Gregoretti" mit mehr als 100 Migranten war tagelang blockiert, bevor sich mehrere EU-Länder geeinigt hatten, die Menschen aufzunehmen - darunter auch Deutschland.

Weiteres Schiff wartet

Die "Alan Kurdi" unter deutscher Flagge werde vor italienischen Territorialgewässern stoppen. Die Lage an Bord sei stabil, sagte Isler. Sea-Eye werde die italienische Regierung aber auffordern, 15 Minderjährige, darunter drei Kleinkinder, sowie deren Eltern und eine Schwangere von Bord zu bringen. Die meisten Migranten stammen aus der Elfenbeinküste oder aus Kamerun.

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Isler kündigte außerdem an, man werde die italienische Regierung auffordern, auch einen Nymphensittich von Bord der "Alan Kurdi" zu lassen, der ebenfalls vor Libyen gerettet worden sei. Der Vogel gehöre zu einer Familie mit drei kleinen Kindern und sitze stets auf der Schulter des Vaters aus Kamerun. "Jacques" sei bisher nicht davongeflogen, weil er vermutlich auf die Familie fixiert sei, sagte Isler.

Außer der "Alan Kurdi" wartet im Mittelmeer nun auch ein Schiff der spanischen Organisation "Proactiva Open Arms" auf eine Genehmigung, Italien anlaufen zu dürfen. Die Organisation teilte auf Twitter mit, sie habe vor der libyschen Küste 55 Menschen an Bord genommen, darunter Zwillinge im Alter von neun Monaten. Auch diesem Schiff sei die Einfahrt in italienische Hoheitsgewässer untersagt worden, hieß es aus dem Innenministerium in Rom.

Quelle: n-tv.de, mra/dpa