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Dutzende Tote im Jemen Saudi-Koalition bombardiert Schulbus

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Etliche Menschen wurden bei dem Angriff in der Region Saada verletzt.

(Foto: REUTERS)

Der Krieg im Jemen tobt mit unverminderter Brutalität: Im Norden des Landes wird nun ein Bus mit Kindern zur Ziel eines Angriffs. Mindestens 50 Menschen sterben. Die Koalition um Saudi-Arabien spricht von einem Vergeltungsangriff.

Bei einem Luftangriff auf einen Schulbus im Norden des Jemen sind Dutzende Menschen getötet worden. Unter den Opfern sind vor allem Kinder. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition hat die Verantwortung für einen Luftangriff übernommen. In einer von der saudiarabischen Nachrichtenagentur SPA veröffentlichten Stellungnahme sprach die Koalition von einem "legitimen Militäreinsatz".

Bei dem Angriff sind nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) mindestens 50 Menschen getötet worden, die meisten davon Kinder und Teenager. Weitere 77 Menschen seien verletzt worden, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Jussef al-Hadri.

Laut dem IKRK seien in ein von der Organisation unterstütztes Krankenhaus "Dutzende Tote und Verletzte" eingeliefert worden. Es sei ein Bus mit Kindern getroffen worden. Demnach ereignete sich der Angriff auf einem Markt in Dahjan in der Region Saada.

Die Militärkoalition sagte, es handle sich um die Vergeltung für einen Raketenangriff der jemenitischen Rebellen auf die saudiarabische Stadt Dschisan am Vortag. Dabei seien ein Mensch getötet und weitere verletzt worden.

Menschen zwischen den Fronten

In dem Bürgerkriegsland Jemen kämpft die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition gegen die schiitischen Huthi-Rebellen. Das saudische Königshaus versteht sich als Schutzmacht der Sunniten. Einzelne Landstriche des Jemen sollen sich zudem unter Kontrolle islamistischer Kämpfer der Terrororganisation Al-Kaida befinden.

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Die Zivilbevölkerung gerät bei den Kämpfen immer wieder zwischen die Fronten. Die Versorgungslage ist verheerend. In vielen Regionen mangelt es an Nahrung und sauberem Wasser. Hilfsorganisationen sprechen von einer humanitären Katastrophe beispiellosen Ausmaßes, die eine neue Flüchtlingswelle in Gang setzen könnte.

Eine Lösung des Konflikts ist nicht in Sicht: Die Huthi-Rebellen, die sich auf dem Rückzug befinden, erhalten Beobachtern zufolge Unterstützung aus dem schiitisch geprägten Iran. Die religiöse Führung in Teheran sieht in Saudi-Arabien den wichtigsten Konkurrenten im Ringen um die Vorherrschaft in der Golf-Region. Der Stellvertreterkrieg im Jemen birgt damit längst auch geopolitische Risiken. Nach Angriffen auf Öltanker in der Schiffspassage am Eingang zum Roten Meer vor der Küste des Jemen musste Saudi-Arabien zuletzt auch die Transportroute nach Europa vorübergehend sperren.

Ölroute wieder frei

Erst am vergangenen Wochenende hoben die zuständigen Behörden in der saudischen Hauptstadt Riad das Durchfahrtverbot für die eigenen Öltanker wieder auf. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition habe notwendige Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, um die Schiffe in Zukunft zu schützen, sagte Saudi-Arabiens Energieminister Chalid al-Falih der staatlichen Nachrichtenagentur SPA.

Vor zwei Wochen hatte Saudi-Arabien den Öltransport durch die Meerenge Bab al-Mandab ("Tor der Tränen") zwischen Jemen und dem Horn von Afrika gestoppt, nachdem zwei Supertanker einer saudischen Gesellschaft angegriffen worden waren. Die Meerenge, die das Rote Meer und den Indischen Ozean verbindet, ist eine der wichtigsten Routen für die Schifffahrt zwischen Europa und Asien.

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Quelle: n-tv.de, mmo/jwu/AFP/dpa

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