Nahe der Grenze zu BelarusSchießanlage für Bundeswehr-Brigade in Litauen steht

Als Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch Russland baut die Bundeswehr in Litauen eine Panzerbrigade auf. Die Truppe soll fast 5000 Soldaten umfassen und bis 2027 einsatzbereit sein. Dafür treibt Vilnius den Bau der militärischen Infrastruktur voran.
Litauen hat den Bau einer Schießanlage für Panzerabwehrwaffen auf dem Militärübungsplatz Rudninkai abgeschlossen, die auch von der dort stationierten Bundeswehr-Brigade genutzt werden wird. Die Anlage sei auf die Bedürfnisse der litauischen Armee und der deutschen Brigade zugeschnitten und bestehe aus zwei Schießständen, einem Beobachtungsturm und einem Schutzwall, teilte das Verteidigungsministerium des baltischen EU- und Nato-Lands in Vilnius mit. Zur weiteren Infrastruktur gehören Zufahrtsstraßen, Munitionsausgabebereiche und Unterstände für Soldaten sowie ein Parkplatz.
"Wir haben die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass litauische Soldaten, die deutsche Brigade und ihre Verbündeten auf dem Schießstand für Panzerabwehrwaffen trainieren können", sagte Verteidigungsminister Robertas Kaunas. Damit sei eine weitere wichtige Phase des Baus der militärischen Infrastruktur auf dem Übungsplatz Rudninkai abgeschlossen.
Die Bundeswehr baut in Litauen die Panzerbrigade 45 auf. Sie wurde von der Bundesregierung als Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch Russland zugesagt und im Frühjahr 2025 formal in Dienst gestellt. Die Truppe soll bis 2027 mit einer Gesamtstärke von 4800 Soldaten und 200 zivilen Mitarbeitern voll als Kampfverband einsatzfähig sein. Bislang sind rund 1800 Angehörige der Truppe in Litauen stationiert.
Hauptstandort der Brigade wird Rudninkai nahe der Grenze zu Belarus sein. Die Kaserne wird in einem Waldgebiet liegen, das im Mai 2022 kurz nach Russlands Großangriff auf die Ukraine per Sondergesetz zu einem Truppenübungsplatz der litauischen Armee erklärt wurde. Der Bau der Militäranlage ist das größte militärische Infrastrukturprojekt in der Geschichte Litauens.