Politik

Sonderweg bei Corona-Regeln Schleswig-Holstein macht nicht alles mit

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Auch für den Einzelhandel gelten weiterhin die alten Regeln: zehn Quadratmeter pro Kunde.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Bund-Länder-Fahrplan für die kommenden Wochen steht - doch nicht überall sollen die beschlossenen Beschränkungen auch umgesetzt werden. Als erstes Bundesland schert Schleswig-Holstein aus. Dort sollen Zoos, Nagelstudios und Massagepraxen wieder öffnen. Auch mehr Kontakte sind erlaubt.

Schleswig-Holstein will nicht an alle Beschlüsse der Bund-Länder Konferenz vom Mittwoch umsetzen. Ministerpräsident Daniel Günther sprach im Anschluss an die über siebenstündigen Verhandlungen der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel von einem "besonderen schleswig-holsteinischen Weg". Körpernahe Dienstleistungsbetriebe wie Nagelstudios und Massagepraxen sowie Zoos und Tierparks dürften ab Montag wieder öffnen. Auch bei den strengeren Vorgaben für den Einzelhandel und private Treffen werde Schleswig-Holstein "nicht mitgehen", sagte Günther.

Zwar sei es gelungen, "ein gemeinsames Ergebnis zu erzielen". In einigen Bereichen wolle die Landesregierung aber andere Maßnahmen ergreifen als verabredet. Im Einzelhandel bleibt es in Schleswig-Holstein bei der Vorgabe von zehn Quadratmetern Ladenfläche pro Kunde, unabhängig von der Größe des Geschäfts. Unter der Bedingung, dass Hygienekonzepte vorliegen, dürften die körpernahen Dienstleister und die Zoos am Montag wieder öffnen.

Auch die Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich will Günther abweichend regeln. In Schleswig-Holstein dürften sich privat weiterhin zehn Personen treffen, egal aus wie vielen Hausständen. "Was gewohnte Praxis ist, wird auch über die Feiertage in Schleswig-Holstein eingehalten", sagte Günther. Die Ausnahmeregel für die Feiertage in den anderen 15 Bundesländern sehe er generell kritisch. "Gerade über Weihnachten, gerade bei Silvester wäre es im Sinne aller, wenn alle sich auch dort zurückhalten", sagte Günther.

Quelle: ntv.de, jug/AFP