Politik

Machtkampf mit Erdogan Schmeißt Davutoglu hin?

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Mit der Abstimmungsniederlage sind noch mehr Kompetenzen weg von Davutoglu hin zu Erdogan gewechselt.

(Foto: AP)

Der Türkei droht ein politisches Erdbeben: Nach Berichten aus Ankara denkt Regierungschef Davutoglu über einen Amtsverzicht nach. Gründe dafür seien eine Abstimmungsniederlage in der AKP und ein daraus resultierendes Zerwürfnis mit Präsident Erdogan.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu denkt offenbar über einen Rücktritt nach. Er habe sich in dieser Frage noch nicht entschieden, sagte Davutoglu laut Meldungen der türkischen Zeitungen "Hürriyet" und "Cumhuriyet". Anlass für die Krise sei ein Machtkampf zwischen Davutoglu und Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Davutoglu hatte vor zwei Jahren das Ministerpräsidentenamt und den Vorsitz der Regierungspartei AKP von Erdogan übernommen, als dieser ins Präsidentenamt wechselte. Erdogan ist aber nach wie vor der bestimmende Mann in Regierung und Partei.

Vergangene Woche hatte die AKP-Führung gegen den Willen Davutoglus die Befugnisse des Vorsitzenden eingeschränkt, was als Niederlage für den Partei- und Regierungschef gewertet wurde. Erdogan-nahe Kommentatoren kritisieren Davutoglu zudem in zunehmender Schärfe.

Laut Presseberichten denkt Erdogan darüber nach, Davutoglu durch Verkehrsminister Binali Yildirim zu ersetzen. Auch Erdogans Schwiegersohn, Energieminister Berat Albayrak, ist im Gespräch.

Der "Hürriyet"-Kolumnist Abdülkadir Selvi, der für seine guten Kontakte in der Regierung bekannt ist, hatte die AKP-Entscheidung gegen Davutoglu als Wendepunkt für die Partei beschrieben. In der aktuellen Ausgabe des Blattes berichtete Selvi, Davutoglu habe intern verkündet, er denke über einen Rücktritt nach. Auch die Oppositionszeitung "Cumhuriyet" zitierte den Premier mit diesen Worten. Davutoglu und Erdogan wollen sich am Abend treffen.

Quelle: ntv.de, ppo/AFP