Politik

n-tv Frühstart Scholz: EZB-Direktorium weiblich besetzen

Im Führungsgremium einer der mächtigsten Zentralbanken der Welt wird ein Posten frei. Die deutsche EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger hört auf - die einzige Frau. Finanzminister Olaf Scholz will eine "reine Männerveranstaltung" vermeiden.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat sich dafür ausgesprochen, den deutschen Posten im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) weiblich zu besetzen. "Ich finde, dass wir in der Gesellschaft, in der wir leben, auch immer schauen müssen, wie diese Gremien zusammengesetzt sind. Reine Männerveranstaltungen sind keine gute Idee", sagte der SPD-Politiker bei n-tv Frühstart. Die deutsche Juristin Sabine Lautenschläger ist derzeit die einzige Frau in dem sechsköpfigen Direktorium. Ende September hatte die 55-Jährige überraschend mitgeteilt, dass sie das Führungsgremium der EZB Ende Oktober verlassen wird.

Als aussichtsreiche Kandidatinnen für Lautenschlägers Nachfolge gelten unter anderen die Vize-Präsidentin der Deutschen Bundesbank, Claudia Buch, und die Wirtschaftsweise Isabel Schnabel. Beide Namen wollte Scholz jedoch nicht kommentieren. "In Luxemburg wird jetzt erst einmal beschlossen, dass Bewerbungen eingereicht werden können." Er rechne damit, dass die Frage der Nachfolge "sehr schnell" geregelt sein wird.

Eurogruppen-Chef Mario Centeno will die Euro-Finanzminister beim heutigen Treffen in Luxemburg auffordern, Vorschläge für die Nachfolge Lautenschlägers zu machen. Zudem könnten die Minister einen Nachfolger für den Franzosen Benoît Coeuré bestimmen, dessen Amtszeit am 1. Januar 2020 endet. Einziger Kandidat ist der Vize-Präsident der italienischen Notenbank, Fabio Panetta.

Die europäischen Finanzminister wollen bei ihrem heutigen Treffen weitere Eckpunkte des künftigen Haushalts für die Eurozone festlegen. Im Zentrum steht die Frage, ob das bisher rund 17 Milliarden Euro schwere Budget durch zusätzliche Beiträge der Mitgliedstaaten aufgestockt werden kann. Darüber hinaus wollen Scholz und seine Kollegen entscheiden, in welchem Umfang und nach welchen Kriterien die Teilnehmerstaaten Gelder zurückerhalten, wenn sie Reformen umsetzen.

Quelle: n-tv.de, bdk/rts

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