Politik

Waffen für die Ukraine Scholz bestätigt Pläne für Ringtausch mit Tschechien

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Der tschechische Ministerpräsident Fiala wurde von Kanzler Scholz in Berlin mit militärischen Ehren empfangen.

(Foto: dpa)

Mehr Zusammenarbeit bei Verteidigung und Energieversorgung - das kündigen Kanzler Scholz und der tschechische Ministerpräsident Fiala nach ihrem Treffen in Berlin an. Und schon bald könnte es konkret werden: Gemeinsam wollen die Länder der Ukraine weitere Militärhilfe leisten.

Deutschland und Tschechien arbeiten an einem Ringtausch schwerer Waffen für die Ukraine. Das kündigten Bundeskanzler Olaf Scholz und der tschechische Ministerpräsident Petr Fiala nach einem Treffen in Berlin an. Dabei soll Tschechien schwere Waffen russischer Bauart an die Ukraine liefern, während es von Deutschland Hilfe beim Ersatz mit modernen westlichen Waffen bekomme, sagte Scholz.

Fiala erklärte, der Ringtausch sei vorteilhaft sowohl für die Ukraine als auch für Tschechien. Dem Vernehmen nach handelt es sich etwa um die Lieferung von Panzern an die Ukraine. Die Tageszeitung "Welt" hatte zuletzt aus einem vertraulichen Papier des deutschen Verteidigungsministeriums zitiert, wonach Tschechien eine Liste übergeben worden sei, die für einen Ringtausch infrage kommendes Waffenmaterial aufführe.

Auch darüber hinaus wollen beide Länder ihre Zusammenarbeit bei der Verteidigung ausbauen. So sprach Fiala von einem gemeinsamen Projekt zur Modernisierung der tschechischen Armee.

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Gegenseitige Unterstützung soll es auch bei dem Vorhaben geben, die Abhängigkeit von russischen Energielieferungen zu beenden. Nach Fialas Worten wurde unter anderem über die Möglichkeit gesprochen, die Kapazität der Erdöl-Pipeline TAL zwischen Italien und Deutschland zu erweitern, um Tschechien auf diesem Weg mit ausreichend Öl zu versorgen.

Scholz sagte, Deutschland wolle osteuropäische EU-Länder ohne Häfen an Nord- und Ostsee mit LNG-Gas versorgen. Man werde sich solidarisch zeigen, wenn es darum gehe, alle EU-Staaten mit Alternativen zu russischem Gas zu beliefern, so der Kanzler. Fiala sagte, Scholz habe ihm zugesichert, dass Tschechien über die von Deutschland geplanten Flüssiggas-Terminals mit versorgt werden könne. Dies sei eine ganz wichtige Aussage. Tschechien ist zu mehr als 95 Prozent abhängig von russischem Pipeline-Gas.

Quelle: ntv.de, mbe/dpa/rts

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