Politik

Finanzminister keilt in Talkshow Scholz degradiert Merz zum "Waschlappen"

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Der einstige Unions-Fraktionschef Merz bewirbt sich um den Parteivorsitz.

(Foto: AP)

Eine politische Wahl zu verlieren, hinterlässt Spuren. Davon können sowohl Olaf Scholz als auch Friedrich Merz ein Lied singen. Merz' Rückzug aus dem Parteigeschehen nach dessen Niederlage um den CDU-Vorsitz ringt dem Finanzminister wenig Verständnis ab.

Finanzminister Olaf Scholz hat in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" verbal gegen den möglichen Kanzlerkandidaten der Union, Friedrich Merz, ausgeteilt. Der SPD-Politiker nannte Merz indirekt einen Waschlappen. "Jemand, der sich beleidigt zurückzieht, weil er eine Kampfabstimmung gegen eine Frau verliert, ist für mich ein Waschlappen", sagte Scholz. Merz hatte Ende 2018 gegen Annegret Kramp-Karrenbauer das Rennen um den CDU-Vorsitz verloren und sich aus dem politischen Geschehen der CDU zurückgezogen.

Thema der Sendung war unter anderen der parteiinterne Streit um den SPD-Vorsitz, den das Duo Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans im Dezember 2019 für sich entscheiden konnte. Damals bewarb sich auch Scholz zusammen mit Klara Geywitz um den Vorsitz, zog aber den Kürzeren. Besonders der amtierende stellvertretende Bundesvorsitzende Kevin Kühnert machte Stimmung gegen Scholz. Auf die Frage, ob er mit Kühnert im Reinen sei, antwortete Scholz in der Sendung: "Ja, natürlich."

Merz und Scholz könnten sich im Oktober 2021 bei der Bundestagswahl als Kanzlerkandidaten gegenüberstehen. Während Scholz bereits im August als SPD-Kandidat bestätigt wurde, steht die Wahl bei der Union noch aus. Der einstige Fraktionschef Merz bewirbt sich ebenso wie NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Ex-Umweltminister Norbert Röttgen um den Parteivorsitz.

Bei der CDU gab es zuletzt Streitigkeiten um die Terminfindung. Der Bundesparteitag im Oktober wurde wegen der Corona-Pandemie verschoben. Merz hatte Teilen der Parteispitze vorgeworfen, die von ihr beschlossene Verschiebung sei nicht, wie zur Begründung angegeben, in erster Linie der Corona-Pandemie geschuldet, sondern "der letzte Teil der Aktion 'Merz verhindern'" gewesen. Das Partei-"Establishment" wolle ihn nicht als neuen Vorsitzenden. Merz ruderte anschließend zurück und betonte, er habe durchaus Respekt vor den Parteigremien. Inzwischen gibt es zwischen Parteispitze und Bewerbern eine Verabredung, dass die Wahl im Januar erfolgen soll.

Quelle: ntv.de, mba