Politik

Vom Mahner zum Minister Scholz macht Lauterbach zum Gesundheitsminister

Das Kabinett der neuen Bundesregierung hält eine Überraschung bereit: Die SPD besetzt das Gesundheitsministerium mit ihrem wohl bekanntesten, aber auch umstrittensten Fachmann - Karl Lauterbach.

Der Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach soll neuer Bundesgesundheitsminister werden. Das teilte die SPD in Berlin mit. Die SPD benannte als letzte der drei Parteien der geplanten Ampel-Koalition ihre Ministerinnen und Minister. Der 58-jährige Gesundheitsexperte Lauterbach soll mitten in der Hochphase der vierten Corona-Welle das Amt vom scheidenden Amtsinhaber Jens Spahn übernehmen. Die meisten Bürger hätten sich gewünscht, dass der nächste Gesundheitsminister vom Fach sei und dass er Karl Lauterbach heiße, sagte Scholz. "Er wird es."

Bei der Vorstellung der designierten Minister bedankte sich Lauterbach für das Vertrauen der Partei und den Zuspruch aus der Bevölkerung. Die Pandemie werde länger dauern als viele denken, sagte Lauterbach, aber "wir werden den Kampf mit der Pandemie gewinnen". Lauterbach kündigte an, darüber hinaus das Gesundheitssystem zu stärken und robuster zu machen. "Mit uns wird es keine Leistungskürzungen im Gesundheitswesen geben." Für weitere Pandemien werde man besser gerüstet sein.

Der SPD-Experte hatte zuletzt sogar Fürsprecher aus dem Lager der Union auf seiner Seite. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder betonte, Lauterbach würde einen guten Gesundheitsminister abgeben. Es brauche einen Ressortchef, der keine zehn Minuten Einarbeitungszeit benötige, sagte der CSU-Vorsitzende in der ARD-Sendung "Anne Will". "Ich glaube, Herr Lauterbach kann das auf jeden Fall." Söder würdigte Lauterbachs "Grundkompass". "Wir sind zwar von ganz unterschiedlichen Polen her, aber wir haben oft ähnliche Positionen. Und ja, ich schätze und respektiere ihn."

Das Ressort für Arbeit und Soziales soll erneut Amtsinhaber Hubertus Heil übernehmen. Das neue Bauministerium soll die Brandenburger SPD-Politikerin Klara Geywitz leiten. Innenministerin soll die hessische Politikerin Nancy Faeser werden. Das Verteidigungsressort soll Justiz- und Familienministerin Christine Lambrecht übernehmen. Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung soll Svenja Schulze werden. Kanzleramtsminister soll Wolfgang Schmidt werden.

Das neue Bundeskabinett soll nach der für Mittwoch geplanten Wahl des neuen Bundeskanzlers vereidigt werden. Die Grünen besetzen das Außenministerium (Annalena Baerbock), das Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (Vizekanzler Robert Habeck), das Familienministerium (Anne Spiegel), das Umweltressort (Steffi Lemke) und das Agrarministerium (Cem Özdemir). Die FDP stellt den Finanzminister (Christian Lindner), den Verkehrsminister (Volker Wissing), den Justizminister (Marco Buschmann) und die Bildungsministerin (Bettina Stark-Watzinger).

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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