Politik
So sehen Sieger aus: In einem Wahllokal in Glasgow feiern SNP-Mitglieder die vorläufigen Auszählungsergebnisse.
So sehen Sieger aus: In einem Wahllokal in Glasgow feiern SNP-Mitglieder die vorläufigen Auszählungsergebnisse.(Foto: REUTERS)
Freitag, 08. Mai 2015

Historische Wahlerfolge im Norden: Schotten bejubeln die Prognosen

Die Parlamentswahl in Großbritannien erweist sich für Labour und Liberale als schwere Schlappe. Als klare Sieger fühlen sich dagegen die Schotten. Hoch im Norden jagt eine junge Studentin einem Spitzenpolitiker das Direktmandat ab.

Der schottischen Nationalpartei SNP hat ersten Prognosen aus der Wahlnacht zufolge bei der Unterhauswahl in Großbritannien einen überwältigenden Sieg errungen: Statt wie bisher sechs könnte die SNP künftig womöglich sogar 58 der 59 schottischen Abgeordneten im Londoner Parlament stellen.

SNP-Chefin Nicola Sturgeon wollte die Vorhersage zunächst nicht glauben und riet, die Prognose mit Vorsicht zu genießen. "Ich hoffe auf eine gute Nacht, aber ich glaube, 58 Sitze sind unwahrscheinlich." Das Referendum über die schottische Unabhängigkeit, das die Nationalbewegung mit 45 Prozent verlor, hatte der sozialdemokratischen SNP Zulauf beschert und dürfte Experten zufolge vor allem die Labour-Partei Stimmen gekostet haben.

20-Jährige kegelt Alexander raus

Selbst prominente Spitzenpolitiker bekommen den historischen Umschwung in Schottland zu spüren: In einem Wahlkreis westlich von Glasgow zum Beispiel setzte sich eine erst 20-jährige Studentin in der Wählergunst durch. Dem vorläufigen Auszählungsergebnis aus Paisley zufolge, wird die SNP-Kandidatin Mhairi Black als jüngste Abgeordnete seit dem 17. Jahrhundert in das britische Parlament einziehen.

In ihrem schottischen Wahlkreis Paisley and Renfrewshire South nahm Black von der Scottish National Party (SNP) dem Labour-Spitzenkandidat Douglas Alexander das Direktmandat ab. Der Wahlbezirk galt bis zuletzt eigentlich als sichere Hochburg der britischen Linken.

Alexander hätte im Falle eines Wahlsieges der Labour-Partei Außenminister werden sollen, jetzt verliert er seinen Platz im Parlament. Bei der Wahl 2010 hatte er den Wahlkreis noch mit 60 Prozent der Stimmen geholt. Besonders pikant: Douglas Alexander war als einer der Wahlkampfmanager für die Strategie der Labour-Partei verantwortlich.

Quelle: n-tv.de