Politik

Neue Vorschrift in Niedersachsen Schweden-Rückkehrer müssen in Quarantäne

b016891c39a6bf83c92fca0596fbf38c.jpg

Ein Schild in Malmö ruft dazu auf, Abstand zu halten. Doch viele Maßnahmen in Schweden basierten auf Freiwilligkeit.

(Foto: AP)

Die schwedische Regierung verfolgt in der Corona-Krise eine andere Strategie als die meisten EU-Staaten. Wegen vergleichsweise hoher Todeszahlen erntet dieser Sonderweg Kritik. Und hat nun auch Konsequenzen: Wer aus Schweden nach Niedersachsen kommt, muss künftig in Quarantäne.

Reisende, die aus Schweden an ihren Wohnort in Niedersachsen zurückkehren, müssen ab sofort für zwei Wochen in Quarantäne. Das teilte das niedersächsische Gesundheitsministerium in Hannover mit. Grund sei die Überschreitung des Schwellenwerts von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner in Schweden innerhalb von sieben Tagen.

Rückkehrer aus Schweden werden damit verpflichtet, sich unverzüglich zu ihrer Wohnung beziehungsweise ihrem gewöhnlichen Aufenthaltsort zu begeben. Auch müssen sie sofort das Gesundheitsamt über ihre Reise informieren, das dann weitere Regeln festlegt. Selbst kurze Aufenthalte außerhalb der eigenen Wohnung etwa zum Einkaufen werden damit untersagt.

Grundlage der Landesvorschrift sind Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, die sich Bund und Länder zu Eigen gemacht haben. Daher dürften auch für weitere Bundesländer ähnliche Vorschriften erlassen werden.

Schweden ist im Kampf gegen die Pandemie einen Sonderweg gegangen, hat das öffentliche Leben viel weniger eingeschränkt als andere Staaten und mehr auf Freiwilligkeit der Bürger gesetzt. Das hat der Regierung in Stockholm zuletzt Kritik eingebracht, weil es in Schweden deutlich mehr Corona-Todesfälle gibt als in den skandinavischen Nachbarländern. Selbst Staatsepidemiologe Anders Tegnell zeigte sich zuletzt selbstkritisch.

Quelle: ntv.de, mli/AFP/rts