Politik

"Doch noch untergehen"Ukrainische Armee äußert sich zu schweren Angriffen auf Moskau

18.06.2026, 12:08 Uhr
00:00 / 03:25
Video poster

Die größte Raffinerie Moskaus soll bereits ihren Betrieb eingestellt haben und gerät dann zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage ins Visier der ukrainischen Streitkräfte. Für die Versorgung der Region mit Kraftstoffen könnte das nichts Gutes bedeuten.

Die ukrainischen Streitkräfte wollen nach vorläufigen Angaben bei den Attacken auf das Moskauer Ölraffineriewerk mindestens fünf Brände ausgelöst haben. "Nach vorläufiger Geolokalisierung stehen eine kombinierte Rohölverarbeitungsanlage, Anlagen der Sekundärverarbeitung sowie der Tanklagerbereich in Flammen", hieß es in einer Mitteilung.

Die Raffinerie soll eine Verarbeitungskapazität von mehr als 12 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr haben und die größte der Stadt sein. Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU teilte mit, sie versorge einen erheblichen Teil des Moskauer Kraftstoffmarktes sowie der umliegenden Region und der Flughäfen. Die Raffinerie hatte den Angaben zufolge bereits nach den Angriffen vom Dienstag ihren Betrieb vorübergehend eingestellt.

Die Verifizierung von ntv.de konnte die Echtheit mehrerer Videos bestätigen, die größere Brände zeigen. In einem davon ist zu sehen, wie auf spektakuläre Weise der Deckel eines Tanklagers Dutzende Meter in die Höhe fliegt. "Moskau wird doch noch untergehen. Und nicht an einem Strand auf der Krim liegen", kommentierte der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, auf seinem Telegram-Kanal. "Der Kreml begreift das: Die Zahl der unantastbaren oder unerreichbaren Zonen nimmt ab."

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach auf X von einer gerechtfertigten Reaktion auf die russischen Angriffe auf ukrainische Städte und Gemeinden. "Es ist an der Zeit, dass der Krieg endet, und Russland muss die notwendigen diplomatischen Schritte unternehmen."

Neben den vielen Aufnahmen der brennenden Raffinerie ist in sozialen Netzwerken auch ein Clip zu sehen, der einen Einschlag in ein Wohnhochhaus zeigt. Es gibt Vermutungen, dass die russische Flugabwehr dafür verantwortlich war. Diese schoss weiteren Aufnahmen zufolge mehrfach an den ukrainischen Drohnen vorbei.

Angriffe auf Brücken

Dem ukrainischen Generalstab zufolge wurde auch in der russischen Region Rostow ein Tanklager getroffen. Es soll mehrere Brände geben. Darüber hinaus gebe es Treffer auf eine Straßenbrücke über den Fluss Kalka in der teilweise von Russland besetzten ukrainischen Region Donezk sowie auf eine Eisenbahnbrücke über den Nord-Krim-Kanal auf der ukrainischen Halbinsel Krim.

Bereits in den vergangenen Tagen hatte es Angriffe auf Brücken in der Region gegeben. Seit einiger Zeit führt die Ukraine zudem Attacken auf militärische Lkw und andere Fahrzeuge auf wichtigen Autobahnen in besetzten Gebieten durch. Die Krim, wo es bereits größere Benzinengpässe gibt, soll so weiter abgeschnitten und die Logistik der russischen Streitkräfte erschwert werden. Möglich werden diese Angriffe durch den vermehrten Einsatz von Drohnen, die eine mittlere Reichweite haben.

Quelle: ntv.de, rog

RusslandAngriff auf die UkraineKriege und KonflikteMoskauUkraine