Politik

"Nicht auf eine Wahrheit pochen" Schwesig plädiert für Dialog mit AfD-Wählern

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Manuela Schwesig will mit allen Bürgern ins Gespräch kommen.

(Foto: dpa)

Kein Latte Macchiato, sondern Bier und "ein ordentliches Stück Fleisch" - auf diese Weise kommt SPD-Politikerin Schwesig in den Dialog mit Bürgern. Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern setzt sich für ein besseres Miteinander ein. AfD-Wähler spart sie dabei nicht aus.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig will mit AfD-Wählern ins Gespräch kommen, aber nicht auf AfD-Funktionäre zugehen. "Bei der AfD unterscheide ich sehr zwischen den Wählerinnen und Wählern und den Funktionären", sagte Schwesig der Tageszeitung "Nordkurier" in Neubrandenburg. Sie habe sehr dafür geworben, dass man sich sachlich mit der AfD austauscht. "Aber bei den AfD-Funktionären erlebe ich, dass sie ihr politisches Geschäft in der Regel nicht machen, indem sie eine inhaltliche Antwort liefern, sondern indem sie provozieren. Und so geht es nicht."

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In der öffentlichen Debatte müssten die Menschen "mehr aufeinander zugehen, auch im Streit besonnen bleiben, den Dialog suchen und uns nicht hinter irgendwas verstecken", so die SPD-Politikerin. Radikaler zu werden, wie es einige in ihrer Partei vorschlugen, sei nicht der richtige Weg. Auf manche Fragen gebe es nicht eine klare Antwort. "Wir müssen miteinander über die Themen reden. Und uns nicht hinstellen und auf die eine Wahrheit pochen."

Stehe etwa eine Entscheidung über einen Bundeswehr-Einsatz im Ausland an, müsse eine klare Entscheidung dafür oder dagegen gefällt werden. "Aber selbst dahinter steckt doch eine ganz komplexe Abwägung." Dies wollten die Bürger nachvollziehen. "Die wollen sehen: Ja, die Politiker machen sich vorher einen Kopf. Die reden miteinander."

"Das sind Vorurteile und falsche Bilder"

Schwesig hat nach dem Rücktritt von Andrea Nahles zusammen mit Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel den SPD-Vorsitz kommissarisch übernommen. Seit gut zwei Jahren leitet sie die Schweriner Landesregierung. Angesprochen auf die Krise ihrer Partei und den Eindruck, dass die Parteispitze etwas völlig anderes will als die Basis, und sich Berliner Parteifunktionäre bei einem Latte Macchiato über die Landbevölkerung ausließen, entgegnete Schwesig: "Ich glaube, das sind Vorurteile und falsche Bilder. Ich habe nicht das Gefühl, mich um die Themen zu drücken, die der Basis wichtig sind."

Wenn sie einen Termin in Mecklenburg-Vorpommern mit Landwirten wahrnehme oder sich in ein Dorf begebe, "dann wird am Schluss des Tages kein Latte Macchiato getrunken, sondern ein ordentliches Stück Fleisch gegrillt und vielleicht auch mal ein Bier getrunken." In so einer Situation komme man "sehr unverfälscht" in den Dialog.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

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