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Konflikt droht zu eskalieren Sechs Türken von Haftar-Miliz festgehalten

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Regierungstreue Truppen im Gefecht mit der Haftar-Miliz (Archivbild).

(Foto: picture alliance/dpa)

In Libyen liefern sich regierungstreue Truppen und Einheiten des abtrünnigen Generals Haftar seit Wochen Feuergefechte. Die Miliz hält nun sechs türkische Staatsbürger gegen ihren Willen fest, weil die Türkei die libysche Regierung mit Waffenlieferungen unterstützt.

In Libyen werden nach Angaben des Außenministeriums in Ankara sechs türkische Staatsbürger von Kämpfern des abtrünnigen Generals Chalifa Haftar festgehalten. Die Festnahme von sechs Landsleuten "durch illegale Milizen mit Verbindungen zu Haftar" sei "ein rücksichtsloser Akt und Piraterie", erklärte das türkische Außenministerium und verlangte die sofortige Freilassung. "Sollte dies nicht geschehen, werden Haftar-Elemente zu legitimen Zielen", warnte das Ministerium. Wo und wann die Festnahmen erfolgten, blieb unklar.

Haftar hatte nach Angaben seines Sprechers seine sogenannte Libysche Nationale Armee (LNA) angewiesen, türkische Schiffe in libyschen Hoheitsgewässern anzugreifen. Auch türkische Firmen und Einrichtungen in Libyen würden von Haftars Truppen künftig "als legitimes Ziel angesehen".

Haftar wirft der Türkei vor, seine Rivalen in Libyen zu unterstützen. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatte zuletzt bekräftigt, dass sein Land die international anerkannte Regierung in Tripolis unterstützt und ihr Waffen liefert.

Haftar unterstützt eine Gegenregierung im Osten Libyens. Anfang April hatte er eine Offensive auf die Hauptstadt Tripolis gestartet und die strategisch wichtige Stadt Gharyan eingenommen. Regierungstreue Truppen und Einheiten Haftars liefern sich seither erbitterte Kämpfe um die Kontrolle der Hauptstadt. Nach UN-Angaben wurden bisher mehr als 650 Menschen getötet und 3500 weitere verletzt.

Quelle: n-tv.de, mba/AFP

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