Politik

"Bleiben Sie ganz sorgenfrei!" Seehofer und Söder geben sich friedlich

Kurz vor der bayrischen Landtagswahl demonstrieren Horst Seehofer und Markus Söder ihren Zusammenhalt. Zuletzt machten sie sich noch gegenseitig für die sinkenden Umfragewerte der Partei verantwortlich. Streit sei das laut beiden nicht gewesen.

CSU-Chef Horst Seehofer und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder haben nach ihren Hakeleien über die Ursachen der miesen CSU-Umfragewerte Geschlossenheit demonstriert. Bei einem gemeinsamen Auftritt in Ingolstadt wiesen beide den Eindruck zurück, dass es Streit zwischen ihnen gebe. "Ich konnte da keinen Streit feststellen", sagte Seehofer schon vor Beginn der Veranstaltung. Mit Blick auf seine langjährige Zusammenarbeit mit Söder ergänzte er, beide wüssten um ihre Verantwortung. "Bleiben Sie also ganz sorgenfrei und ruhig!"

Auf die Frage, warum er auch bei einem schlechten Abschneiden der CSU bei der Landtagswahl am kommenden Sonntag Parteichef bleiben wolle, ging Seehofer nicht ein. "Ich sage dazu heute gar nichts", so der Innenminister. "Ich möchte heute einen schönen Abend verbringen." Auch Söder versicherte, es gebe keinen Streit zwischen den beiden. "Wir wollen ja alle gemeinsam was erreichen für Bayern", erklärte er. "Das ist ja eine gemeinsame Aufgabe."

Söder fügte sogar hinzu: "Ich kenne keine Partei, die so geschlossen und so stabil ist wie die CSU." Er sei jetzt seit gut einem halben Jahr Ministerpräsident, und "ich will das länger bleiben", versicherte der CSU-Spitzenkandidat. "Ich will für dieses Land Stabilität zeigen."

Gegenseitige Schuldzuweisungen

Ganz so harmonisch war es in den vergangenen Tagen jedoch nicht zugegangen. Nachdem Söder die Bundespolitik für die schlechten Umfragewerte der CSU verantwortlich gemacht hatte, hatte Seehofer den Ball zuletzt zurück nach München gespielt. "Ich habe mich in den letzten sechs Monaten weder in die bayerische Politik noch in die Wahlkampfführung eingemischt", sagte er in einem Zeitungsinterview. Das sei das Vorrecht Söders. "Er ist zuständig für strategische Überlegungen im Wahlkampf."

In der CSU wurde dies als klare Schuldzuweisung an die Adresse Söders verstanden - und als realitätsfern zurückgewiesen. Dem seit März amtierenden Söder droht bei seiner ersten Wahl als CSU-Spitzenkandidat am kommenden Sonntag eine schwere Niederlage. In aktuellen Umfragen liegt die derzeit allein regierende CSU bei nur noch um die 33 Prozent.

Quelle: n-tv.de, lle/jug/dpa/AFP

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