Politik

Vorschläge "ein wenig bizarr" Selenskyj-Berater: Verhandlungen mit Moskau kämen Kapitulation gleich

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Auf Knien und winkend danken Menschen im befreiten Cherson den ukrainischen Truppen.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Mit einer Gegenoffensive befreien die Truppen der Ukraine Gebiete wie Cherson von den russischen Invasoren. Als "bizarr" bezeichnet Präsidenten-Berater Podoljak Vorschläge, Kiew solle mit Moskau verhandeln. Das käme für ihn nicht nur einer Kapitulation gleich, sondern würde Russland in die Hände spielen.

Die Ukraine hat Vorschläge zu Verhandlungen mit Russland erneut zurückgewiesen. "Wenn man auf dem Schlachtfeld die Initiative ergreift, ist es ein wenig bizarr, Vorschläge zu erhalten wie: 'Ihr werdet sowieso nicht alles mit militärischen Mitteln erreichen, ihr müsst verhandeln'", sagte der ukrainische Präsidentenberater Mychailo Podoljak im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP in Kiew. Dies würde bedeuten, dass das Land, "das seine Gebiete zurückgewinnt, vor dem Land kapitulieren muss, das verliert".

US-Medien hatten kürzlich berichtet, hochrangige US-Vertreter würden die Ukraine zunehmend dazu drängen, Verhandlungen mit Russland in Erwägung zu ziehen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat entsprechende Vorschläge ohne einen vorherigen Rückzug der russischen Truppen aus der gesamten Ukraine bislang abgelehnt. US-Generalstabschef Mark Milley hatte zudem kürzlich gesagt, ein militärischer Sieg sei wahrscheinlich nicht mit militärischen Mitteln zu erreichen.

"Russland will keine Verhandlungen"

Podoljak zufolge hat Moskau Kiew bislang "keinen direkten Vorschlag" für Friedensgespräche unterbreitet. Stattdessen ziehe Russland es vor, diese über Vermittler zu überbringen und einen Waffenstillstand ins Gespräch zu bringen. Kiew betrachtet solche Gespräche als Manöver Moskaus, um Zeit zu gewinnen und eine neue Offensive vorzubereiten. "Russland will keine Verhandlungen. Russland führt eine als 'Verhandlungen' bezeichnete Kommunikationskampagne", sagte Podoljak.

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Die Ukraine hatte Ende August eine Gegenoffensive begonnen. Seitdem konnte die ukrainische Armee einige Gebiete von Russland zurückerobern, darunter die strategisch wichtige Regionalhauptstadt Cherson im Süden des Landes. Russland griff zuletzt wiederholt die Energie-Infrastruktur der Ukraine an. Dabei kam es immer wieder in vielen Teilen des Landes zu Stromausfällen.

Quelle: ntv.de, joh/AFP

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