Politik

Deutliche Worte an Moskau Selenskyj: "Geben ihnen auf die Fresse"

Exakt sechs Monate nach Kriegsausbruch feiert die Ukraine ihren Unabhängigkeitstag. Aufgrund des Datums warnt Präsident Selenskyj die Bevölkerung vor russischen Raketenangriffen. An Moskau richtet er eine klare Botschaft - und schreckt dabei nicht vor Kraftausdrücken zurück.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Abwehrkampf seines Landes gegen die russische Aggression mit sehr undiplomatischen Worten beschrieben. Russland zeige durch seine Angriffe und Gewalttaten, dass es nicht verhandeln wolle, sagte Selenskyj zum Abschluss der sogenannten Krim-Plattform am Dienstag in Kiew vor Journalisten. Und die Ukraine versuche vergeblich der Welt klarzumachen, dass Russland nicht an Dialog denke.

"Sie haben beschlossen, unser Land zu besetzen", sagte er auf Russisch. "Als sie das 2014 beschlossen haben, hat die Welt ihnen nicht einfach eins auf die Fresse gegeben, und so sind sie weiter und weiter und weiter gegangen. Aber wir geben ihnen auf die Fresse."

Später in seiner abendlichen Videoansprache dankte Selenskyj für die internationale Unterstützung, die die Ukraine auf dem Forum zur Heimholung der 2014 von Russland annektierten Krim erfahren habe. "Die Krim ist ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Staates", sagte er. Die Ukraine werde die Schwarzmeer-Halbinsel befreien und ihren Landsleuten dort die Freiheit bringen, die ihnen zustehe.

Sorge vor Angriffen am Feiertag

Zum heute stattfindenden Unabhängigkeitstag der Ukraine rief der Präsident die Bürgerinnen und Bürger zu großer Vorsicht auf, wegen befürchteter russischer Angriffe. Die Armee und alle staatlichen Stellen versuchten, die Bevölkerung so gut wie möglich zu schützen. "Bitte halten Sie sich an die Ausgangssperre. Beachten Sie die Signale für Luftalarm!", bat Selenskyj.

Die ukrainische Sorge vor verstärkten russischen Angriffen anlässlich des symbolisch wichtigen Feiertags wird international geteilt. Die USA warnten Russland vor Angriffen gegen zivile Ziele. "Abschließend möchte ich meine russischen Kollegen daran erinnern, dass die Welt zuschaut, während sich der Tag der Unabhängigkeit der Ukraine nähert", sagte der stellvertretende US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Richard Mills, vor dem Sicherheitsrat.

"Das sollte nicht nötig sein zu sagen, aber bitte bombardieren Sie keine Schulen, Krankenhäuser, Waisenhäuser oder Heime." Die USA würden weiterhin alle Verstöße gegen das Völkerrecht verfolgen. Zuvor hatte die US-Regierung ihre Bürger zum sofortigen Verlassen der Ukraine aufgefordert. Zum Unabhängigkeitstag werden in Kiew auch weitere Rüstungszusagen des Westens erwartet.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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