Politik

Russland zur Rechenschaft ziehen Selenskyj: Gräueltaten in Butscha kein Einzelfall

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert den UN-Sicherheitsrat auf, Russland für die Massaker in Butscha zur Verantwortung zu ziehen.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Der ukrainische Präsident Selenskyj fordert vor dem UN-Sicherheitsrat, Russlands Kriegsverbrechen in Butscha zu ahnden. Er bringt gar einen Ausschluss aus dem Gremium ins Spiel. Damit würde Russland sein Vetorecht verlieren, mit dem es Maßnahmen gegen sich selbst bislang blockiert.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vor dem UN-Sicherheitsrat gefordert, Russland für die Gräueltaten in dem Kiewer Vorort Butscha zur Rechenschaft zu ziehen. Die Vereinten Nationen müssten angesichts der russischen "Kriegsverbrechen" sofort handeln, sagte Selenskyj in einer per Video übertragenen Rede vor dem wichtigsten UN-Gremium. "Rechenschaft muss unvermeidbar sein."

Die Gräueltaten an Bewohnern der Stadt Butscha sind nach seinen Angaben kein Einzelfall. "Die Welt hat jetzt gesehen, was Russland in Butscha getan hat, aber die Welt hat noch nicht gesehen, was sie in anderen besetzten Städten und Regionen unseres Landes getan haben", so Selenskyj. Es sei nichts anderes als die Handlungen von anderen Terroristen und handele sich um die schlimmsten Kriegsverbrechen seit dem Zweiten Weltkrieg.

Selenskyj brachte unter anderem einen möglichen Rauswurf Russlands aus dem UN-Sicherheitsrat ins Spiel. Eine Option sei es, "Russland als Aggressor und Kriegsauslöser zu entfernen, damit es nicht länger Entscheidungen über seine eigene Aggression blockieren kann". Der ukrainische Präsident spielte damit auf das Vetorecht Russlands im UN-Sicherheitsrat an. Ohne Reformen könnten die Vereinten Nationen "dichtgemacht" werden, sagte der ukrainische Präsident.

Russland weist Schuld von sich

Selenskyj schilderte mit drastischen Worten die Gräueltaten in Butscha, die er Russland zuschrieb. Menschen seien "in ihren Wohnungen, in ihren Häusern getötet" worden. "Zivilisten wurden einfach aus Spaß mit Panzern zerquetscht, als sie mitten auf der Straße in ihren Autos saßen." Selenskyj warf Russland in seiner Rede zudem vor, "Hunderttausende" Ukrainer nach Russland verschleppt zu haben.

Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja sprach bei der Sitzung des Sicherheitsrats am Dienstag erneut von "unbegründeten Anschuldigungen" gegen das russische Militär, die "von keinerlei Augenzeugen" bestätigt worden seien. Es handele sich um eine "große Menge Lügen" - im Gegenteil, das ukrainische Militär nutze Zivilisten als menschliche Schutzschilde. Die Leichen auf den Fotos aus Butscha seien direkt nach dem Rückzug des russischen Militärs noch nicht dort gewesen, dafür gäbe es Videobeweise. "Die Einzigen, die auf diese Fälschungen hereinfallen könnten, sind absolute Dilettanten."

Videos und Satellitenbilder aus Butscha widerlegen allerdings nach einer Analyse der "New York Times" die Moskauer Behauptungen. Satellitenaufnahmen zeigten, dass sich die Überreste mehrerer Menschen bereits Mitte März auf der Straße befanden, schrieb die Zeitung.

Quelle: ntv.de, als/AFP/dpa

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