Bei Besuch im Weißen HausSelenskyj: Trump hat Ukraine Patriot-Lizenzen zugesagt

Worüber haben Trump und Selenskyj in Washington gesprochen? Es sei um die Stärkung der Flugabwehr gegangen, sagt der ukrainische Präsident zunächst nur. Später wird er in einem Interview konkreter.
US-Präsident Donald Trump soll laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj der Ukraine die vielfach geforderten Lizenzen zur Herstellung von Patriot-Abfangraketen zugesichert haben. "Er hat zugesagt, uns die Lizenzen zu erteilen", sagte Selenskyj im Interview des Fox-News-Moderators Sean Hannity. Er hofft dadurch, die Produktion der dringend benötigten Abwehrraketen selbst schneller steigern zu können. Das Weiße Haus hat sich auf Anfrage dazu bislang nicht geäußert.
Die Patriot-Systeme sind für die Ukraine das einzige wirksame Mittel gegen Russlands ballistische Raketen. Schon im Frühjahr hatte Selenskyj beklagt, dass sein Land kaum noch Munition dafür habe. Der US-Krieg gegen den Iran verknappte die weltweiten Bestände der Abwehrraketen weiter.
Stunden zuvor hatte Selenskyj sich noch vorsichtiger ausgedrückt. Bei dem Treffen im Weißen Haus hätten er und Trump über die Luftabwehr des von Russland angegriffenen Landes gesprochen. Es sei um eine Stärkung der ukrainischen Flugabwehr gegen russische Raketenangriffe gegangen, teilte Selenskyj X mit. "Der Präsident und ich haben über Lizenzen zur Herstellung von Patriot-Abfangraketen gesprochen und andere Dinge, die helfen können", schrieb er.
Selenskyj hatte kürzlich gesagt, er gehe davon aus, dass sein Land bis zum Ende des Jahres technisch dazu in der Lage sein werde, Patriot-Raketen selbst herzustellen.
"Sehr gutes" Treffen, aber keine Details
Das Gespräch zwischen Trump und Selenskyj fand hinter verschlossenen Türen statt und endete US-Medien zufolge nach einer guten Stunde. Der Republikaner ließ auf seiner Plattform Truth Social lediglich wissen, dass das Treffen mit Selenskyj "sehr gut" gelaufen sei. Auch Selenskyj bezeichnete das Treffen in dem Interview bei Hannity als "sehr gut".
Trump und Selenskyj haben sich zuletzt häufiger gesehen: Anfang des Monats beim Nato-Gipfel in Ankara und Mitte Juni beim G7-Gipfel im französischen Évian. Bei beiden Gipfeln trugen die USA auch gemeinsame Positionen zum Ukraine-Krieg mit. Trump hob in Ankara zudem hervor, dass er ein gutes Verhältnis zu seinem ukrainischen Kollegen habe. Damals stellte er auch erstmals die Vergabe einer Lizenz für die Produktion von Patriot-Flugabwehrraketen in Aussicht.