Politik

"Ziel für unsere Spezialkräfte" Selenskyj droht russischer AKW-Garnison

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Russische Patrouille am Atomkraftwerk Saporischschja.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Seit Tagen werfen sich Kiew und Moskau gegenseitig vor, für den Beschuss des AKW Saporischschja verantwortlich zu sein. Nun droht der ukrainische Präsident Selenskjy den Kreml-Truppen, die das Werk besetzt halten, mit Vergeltung. Den Westen ruft er auf, Russlands Atomindustrie zu sanktionieren.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat russischen Soldaten im ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja und dessen Umgebung gedroht. "Jeder russische Soldat, der auf die Anlage schießt oder aus ihrer Deckung schießt, muss wissen, dass er ein besonderes Ziel für unsere Geheimagenten, für unsere Spezialkräfte, für unsere Armee wird", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache.

Zudem warf er den russischen Truppen vor, das AKW-Gelände als Festung zu nutzen, um von dort auf die am anderen Ufer des Dnipro-Stausees liegenden Kleinstädte Nikopol und Marhanez zu schießen. Der Präsident warnte davor, dass der Aufmarsch russischer Truppen auf dem Areal "die radioaktive Bedrohung für Europa so erhöht, wie es sie nicht einmal zu den schwierigsten Augenblicken der Konfrontation in den Zeiten des Kalten Krieges gab".

Weiter sagte Selenskyj: "Natürlich muss es darauf eine harte Reaktion geben." Ukrainische Diplomaten und Vertreter der Partnerstaaten unternähmen nun alles, um Russlands Atomindustrie zu blockieren. Den Westen rief Selenskyj zu Sanktionen gegen Russlands Atomindustrie auf. Die Strafmaßnahmen müssten die Nuklearindustrie des Aggressor-Staates treffen, sagte er. Die Atommacht Russland baut in mehreren Ländern Kernkraftwerke und lagert auch radioaktiven Müll bei sich.

Kiew und Moskau werfen sich seit Tagen gegenseitig vor, für den Beschuss des AKW Saporischschja verantwortlich zu sein. Das mit sechs Reaktoren und einer Nettoleistung von 5700 Megawatt größte Atomkraftwerk Europas wurde von russischen Truppen Anfang März besetzt. Es ist für die Stromversorgung des Landes von strategischer Bedeutung. Die Führung in Moskau und die Besatzungsbehörden in Saporischschja lehnen Forderungen ab, das Atomkraftwerk wieder unter ukrainische Kontrolle zu geben.

Quelle: ntv.de, jpe/rts/dpa

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