Politik

"Wenn Russland müde wird ..."Selenskyj schlägt Putin in Brief Kriegsende vor - und warnt ihn

04.06.2026, 21:59 Uhr
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Wolodymyr Selenskyj und die Ukraine sind darauf vorbereitet, dass Moskau sich nach wie vor nicht auf ein Ende der Kämpfe einlässt. (Foto: picture alliance / SvenSimon-ThePresidentialOfficeU)

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wendet sich in einem offenen Brief an den russischen Staatschef Wladimir Putin. Darin bietet er ein Ende des Krieges und ein Treffen in einem Drittstaat an. Von beidem wollte der Kremlherrscher in der Vergangenheit allerdings nichts wissen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat dem russischen Staatschef Wladimir Putin in einem online veröffentlichten Brief vorgeschlagen, den Krieg zu beenden. Auch zeigte er sich erneut bereit für ein Treffen in einem Staat wie der Schweiz oder der Türkei. Putin lehnt ein solches Zusammenkommen bislang ab. Selenskyj solle stattdessen nach Moskau kommen.

Der ukrainische Staatschef warnte den russischen Präsidenten zudem, dass eine Fortsetzung des Krieges seine Existenz bedrohen könnte: "Auch Sie werden viel härter um Ihre eigene Existenz kämpfen müssen - nicht um die Russlands, sondern um Ihre eigene. Und das ist keine Drohung von mir oder der Ukraine. Es ist eine Tatsache in der russischen Geschichte, die Sie wohl kennen: Wenn Russland müde wird, kommt der Wandel." Die Ukraine könne auf diese Erschöpfung hinarbeiten, so Selenskyj.

Er zeigte sich entschlossen, den Verteidigungskampf gegen den russischen Angriffskrieg fortzuführen, sollte es keine Einigung geben. Selenskyj verwies auf Waffen mit hoher Reichweite, die Unterstützung vieler Partner und die hohen Verluste auf russischer Seite von rund 30.000 toten und schwer verwundeten Soldaten pro Monat.

"Wir wissen, dass 63 Prozent Ihrer Verluste auf dem Schlachtfeld auf Gefallene zurückzuführen sind, während nur 37 Prozent verwundet werden. Im 21. Jahrhundert kann sich keine Armee ein solches Verhältnis leisten. Und der Anteil der Gefallenen wird weiter steigen", so der ukrainische Präsident.

Putin soll noch lange Krieg führen wollen

Er schrieb zudem, dass Geheimdienstberichte vorliegen würden, wonach Putin erwäge, den Krieg bis 2027 oder 2028 fortzusetzen. "Wir wissen auch, dass Sie hoffen, mit ballistischen Raketen das zu erreichen, was bisher alles andere nicht geschafft hat. Sie wollen Belarus noch tiefer in diesen Krieg hineinziehen, und wir sind nun gezwungen, uns auch darauf vorzubereiten. Wir sehen, dass Sie versuchen, etwas im Zusammenhang mit Transnistrien zu inszenieren."

Dass der erneute Versuch Selenskyjs für ein Kriegsende Gehör in Moskau findet, dürfte nicht zu erwarten sein. Jegliche Friedensangebote schlug der Kreml in der Vergangenheit aus und beharrte auf zentralen Maximalzielen. Darunter fällt beispielsweise der Rückzug aus dem Donbass, den Putin auch kürzlich in St. Petersburg wieder forderte.

Quelle: ntv.de, rog

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