Politik

Treffen an Grenze zu Belarus Selenskyj stimmt Verhandlungen mit Moskau zu

1060136db5b13acd97e9a96246abad10.jpg

Wolodymyr Selenskyj ließ mitteilen, es gebe keine Vorbedingungen für die Gespräche.

(Foto: dpa)

Am vierten Tag des Ukraine-Kriegs kommt es zu einer ersten Annäherung der beiden Parteien. Die ukrainische Seite stimmt zu, mit Moskau in Verhandlungen einzutreten. Die Gespräche sollen an der ukrainisch-belarussischen Grenze stattfinden.

Russland und die Ukraine haben Friedensverhandlungen vereinbart. Das Treffen werde an der ukrainisch-belarussischen Grenze stattfinden, teilte das Präsidialamt in der ukrainischen Hauptstadt Kiew mit. Es gebe keine Bedingungen. Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko habe die Verantwortung dafür übernommen, dass alle in Belarus stationierten Flugzeuge, Hubschrauber und Raketen während der Anreise der ukrainischen Delegation am Boden blieben. Ein Zeitpunkt wurde zunächst nicht genannt.

Die russische Delegation hatte zuvor mitgeteilt, sie sei bereit. "Die russische Seite und die russische Delegation vor Ort sind vollständig auf die Verhandlungen vorbereitet", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Ähnlich äußerte sich der russische Delegationsleiter Wladimir Medinski.

Bisher hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Verhandlungen in Belarus abgelehnt. Das Nachbarland sei nicht neutral, sagte er zur Begründung. Lukaschenko hatte zugegeben, dass auch von belarussischem Gebiet aus zwei Raketen auf die Ukraine gefeuert worden seien. Selenskyj betonte mit Blick auf Verhandlungsorte in Belarus, "jede andere Stadt" komme für Gespräche mit Moskau infrage. "Warschau, Bratislava, Budapest, Istanbul, Baku. Wir haben sie alle vorgeschlagen."

Später telefonierte Selenskyj dennoch mit Lukaschenko. Wie die belarussische Staatsagentur Belta meldete, schlug Lukaschenko Russlands Präsidenten Wladimir Putin anschließend in einem Telefonat vor, dass die russische Delegation länger in Gomel auf die Ukrainer warten sollte als ursprünglich geplant. Moskau hatte Kiew zunächst ein Ultimatum bis 15.00 Uhr (13.00 Uhr MEZ) gestellt - und angekündigt, danach wieder abzureisen.

In einer im Internet übertragenen Pressekonferenz machte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba deutlich, dass sein Land in den Verhandlungen nicht einknicken werde. "Wir werden nicht aufgeben, wir werden nicht kapitulieren, wir werden keinen einzigen Zentimeter unseres Landes abgeben", sagte er.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, er werde "versuchen", mit Russland zu verhandeln, glaube aber nicht zu sehr an einen Erfolg. "Ich bin wie immer offen: Ich glaube nicht zu sehr an ein Ergebnis", aber "man muss es versuchen", sagte Selenskyj in einer Videobotschaft.

Kuleba warf Russlands Präsident Wladimir Putin vor, "Druck" zu erzeugen, indem er die Atomstreitkräfte seines Landes in Alarmbereitschaft versetzt habe. "Wir sehen diese Ankündigung und diesen Befehl als einen Versuch, den Einsatz zu erhöhen und Druck auf die ukrainische Delegation auszuüben", sagte Kuleba. Die Drohung mit Atomwaffen "wird eine Katastrophe für die Welt sein, aber sie wird unsere Entschlossenheit nicht brechen".

Quelle: ntv.de, jog/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen