Politik

Bundestag visiert Alternative anSignal will nach Angriffen auf Politiker mehr gegen Phishing tun

28.04.2026, 07:17 Uhr
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Die Verschlüsselung von Signal-Nachrichten ist sehr sicher. Das hilft jedoch nicht, wenn Nutzer ihre Login-Daten herausgeben. (Foto: picture alliance / SvenSimon)

Mehrere Politiker und Militärs fallen auf Phishing-Attacken herein und öffnen so Cyberkriminellen die Tür zu ihren Accounts beim Messenger Signal. Dieser will nun Maßnahmen ergreifen. Im Bundestag wird derweil auf einen anderen Chat-Anbieter geschielt.

Die verschlüsselte Chat-App Signal will nach Phishing-Attacken gegen Politiker, Militärs und Journalisten in Deutschland zusätzliche Maßnahmen ergreifen. Zunächst ohne weitere Details hieß es, dass Änderungen "in den kommenden Wochen" eingeführt werden sollen.

Signal betonte zugleich, dass Verschlüsselung und Software der App nicht gehackt worden seien. Vielmehr hätten Angreifer Nutzer ausgetrickst, indem sie sich als "Signal Support" ausgegeben und durch diesen Betrug Login-Daten ergattert hätten. Solchen Attacken, bei denen Angreifer Nutzer verleiteten, sie durch die "Vordertür" hereinzulassen, sei jede größere Chat-App ausgesetzt.

Aus Kreisen der Bundesregierung hieß es zuvor, dass die Phishing-Kampagne mutmaßlich aus Russland gesteuert wurde. Im Präsidium des Bundestags wird überlegt, künftig auf den Messengerdienst Wire zu setzen. Die Regierung der Niederlande, wo entsprechende Angriffe ebenfalls festgestellt worden waren, hatte bereits erklärt, sie sehe Russland hinter der Kampagne.

Vor der andauernden Cyberattacke hatten das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erstmals im Februar öffentlich gewarnt. Später veröffentlichten sie einen weiteren Sicherheitshinweis mit konkreten Handlungsanweisungen.

Angreifer übernahmen Accounts

Von Signal hieß es, da man grundsätzlich keine Nutzerdaten speichere, sei man auf die Informationen der betroffenen Nutzer über die Attacke angewiesen. Demnach hätten die Angreifer die erschlichenen Login-Daten genutzt, um die Accounts zu übernehmen - und oft auch die damit verknüpfte Telefonnummer zu ändern. Mit den übernommenen Accounts hätten sie dann die Kontaktlisten genutzt und sich als Besitzer der Profile ausgegeben. Zugleich betonte Signal, Support-Mitarbeiter der App würden niemals nach Verifikations-Codes oder PIN fragen.

Das Ansehen der Verschlüsselung von Signal ist so hoch, dass im vergangenen Jahr ranghohe US-Regierungsmitglieder wie unter anderem Vizepräsident JD Vance und Verteidigungsminister Pete Hegseth auf die App zurückgriffen, um sich über Attacken auf die Huthi-Miliz im Jemen abzusprechen. Die Chat-Inhalte wurden jedoch öffentlich, weil versehentlich der Chefredakteur des Magazins "The Atlantic", Jeffrey Goldberg, der Gruppe hinzugefügt wurde.

Quelle: ntv.de, rog/dpa

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