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Chaos an kroatischer Grenze Slowenien setzt Kontrollen für EU-Bürger aus

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Die verschärften Grenzkontrollen führten zu einem langen Stau an der slowenisch-kroatischen Grenze.

(Foto: imago/Xinhua)

Zum Schutz des Schengenraums vor Terroristen verschärft Slowenien erst am Freitag seine Kontrollen an der kroatischen Grenze. Doch weil die Maßnahme zu langen Staus führt, wird sie nur einen Tag später wieder teilweise ausgesetzt.

Kurz nach Einführung verschärfter Grenzkontrollen an den Außengrenzen des Schengenraums hat Slowenien die Maßnahme vorübergehend wieder ausgesetzt. Die Polizei kontrolliere seit Freitagabend keine EU-Bürger mehr, sondern nur noch Angehörige von Drittstaaten, sagte ein Polizeisprecher in Novo Mesto nahe der Grenze zu Kroatien dem staatlichen Fernsehen. Aus dem slowenischen Innenministerium hieß es, die verschärften Kontrollen seien "an einigen Grenzübergängen" wieder erleichtert worden. Über die Dauer der Maßnahme wurde nichts mitgeteilt.

Grund für die Aussetzung der verschärften Kontrollen waren demnach lange Schlangen an der Grenze zwischen Slowenien und Kroatien. Hunderte Autos und Busse steckten stundenlang an der Grenze fest. Medien berichteten über chaotische Zustände.

Slowenien kontrolliert 670 Kilometer der Schengen-Außengrenze zu Kroatien und war eines der Transitländer für Flüchtlinge auf der Balkanroute. Die Aussetzung sei mit EU-Kommissar Dimitris Avramopoulos, der für Migration und Inneres zuständig ist, abgesprochen, teilte das kroatische Innenministerium mit. Sollten die Probleme nicht behoben werden, drohe dem Sommertourismus erheblicher Schaden.

Die verschärften Kontrollen für die EU-Mitgliedstaaten waren erst am Freitag in Kraft getreten und sollten als Maßnahme bei der Terrorbekämpfung dienen. Auch EU-Bürger sollten systematisch überprüft werden. Nach EU-Angaben sollte mit den verschärften Kontrollen die Rückkehr von Kämpfern aus Syrien und dem Irak verhindert werden.

Quelle: n-tv.de, chr/AFP/dpa

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