Politik

Geheimnisverrat "moralisch richtig" Snowden bittet Obama um Begnadigung

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Edward Snowden meldet sich gelegentlich aus seinem russischen Exil.

(Foto: picture alliance / dpa)

Vor drei Jahren macht Edward Snowden die Massenausspähung des US-Geheimdienstes öffentlich. Seitdem versteckt er sich in Russland. In seiner Heimat droht ihm eine Verurteilung. Nun hofft er auf die Gnade von US-Präsident Obama.

Der frühere Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hofft auf eine Begnadigung durch US-Präsident Barack Obama. Er habe mit der Bekanntgabe der weltweiten Massenausspähung durch den US-Geheimdienst "moralisch und ethisch" richtig gehandelt, sagte Snowden in einem Videointerview mit dem "Guardian". Obama solle ihn deshalb noch vor Ende seiner Amtszeit als US-Präsident begnadigen.

Natürlich gebe es Gesetze und Regeln, an die man sich halten müsse, führte Snowden weiter aus. "Aber deshalb existiert ja vielleicht das Mittel der Begnadigung - für die Ausnahmen." Es gehe um "die Dinge, die der Schrift nach ungesetzlich erscheinen, aber wenn wir auf sie moralisch schauen, wenn wir auf sie ethisch schauen und wenn wir auf die Resultate schauen, dann wird klar, dass diese Dinge notwendig sind". Und es sei notwendig gewesen, die Massenüberwachung des US-Geheimdienstes öffentlich zu machen, sagte der 33-Jährige.

Snowden, früherer Mitarbeiter des US-Geheimdienstes National Security Agency (NSA), hatte 2013 streng geheime Informationen über die weltweite Überwachung des Internets veröffentlicht. Von den USA wird er deshalb wegen Spionage verfolgt. Ihm droht eine jahrzehntelange Haftstrafe. Seit 2013 lebt er im Exil in Russland und verdient sein Geld als IT-Experte. Der Kreml gewährte ihm im Jahr 2014 eine dreijährige Aufenthaltsgenehmigung.

Quelle: n-tv.de, lsc/AFP

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