Politik

"Nicht das Ende der Geschichte" Snowden warnt vor Fokussierung auf Trump

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War dem Publikum in Amsterdam live zugeschaltet: Edward Snowden

(Foto: picture alliance / dpa)

Aus seinem russischen Exil meldet sich Edward Snowden zu Wort und teilt seine Gedanken zur US-Wahl mit: Die Wahl Trumps sei zwar ein dunkler Moment in der US-Geschichte - die Probleme lauern aber anderer Stelle, ist der Whistleblower überzeugt.

Der Whistleblower Edward Snowden hat davor gewarnt, den neu gewählten US-Präsidenten Donald Trump als alleinige Bedrohung für die Privatsphäre zu sehen. Die staatliche Internet-Überwachung sei eine globale Gefahr, sagte Snowden am Donnerstagabend über eine Live-Verbindung nach Amsterdam. Die Wahl Trumps "ist ein dunkler Moment in der Geschichte unserer Nation, aber es ist nicht das Ende der Geschichte", sagte Snowden.

"Ich versuche das Problem der Überwachung nicht allein an einer einzelnen Wahl aufzuhängen, sondern es global und auf lange Zeit zu sehen", sagte Snowden und erklärte: "In Russland und China gibt es neue Überwachungsprogramme, die kaum Beachtung finden, weil die Regierungen clever genug waren, sie heimlich still und leise im Windschatten des Tohuwabohus der US-Wahlberichterstattung zu schalten."

Der Computerspezialist übte auch Kritik am amtierenden US-Präsidenten Barack Obama. Auch dieser habe seine Versprechen im Zusammenhang mit Internet-Überwachung und der Schließung des US-Gefängnisses Guantanamo Bay auf Kuba nicht gehalten. "Obama hat uns enttäuscht."

Snowden hatte 2013 eine der größten Geheimdienstaffären der vergangenen Jahrzehnte ans Licht gebracht. Er hatte Tausende Dokumente der National Security Agency (NSA) über massive Internet- Überwachung an Journalisten übergeben. Seit 2013 lebt er in Russland im Exil. In den USA wird Snowden wegen Geheimnisverrats gesucht.

Quelle: n-tv.de, jve/dpa

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