Politik

Inauguration des 45. US-Präsidenten So laufen die Trump-Feierlichkeiten ab

Die Amtseinführung von Donald Trump soll von einer "zarten Sinnlichkeit" und einem "poetischem Tonfall" geprägt sein. Ein Überblick über alles, was Sie über die Vereidigung wissen müssen.

Wie ist der Ablaufplan?

Am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) legen Trump und sein designierter Vize Mike Pence auf dem Nationalfriedhof in Arlington einen Kranz für Kriegsveteranen nieder. Als offizieller Auftakt der Feierlichkeiten gilt indes die anschließende "Make America Great Again! Welcome Celebration", ein Konzert am Lincoln Memorial in der benachbarten US-Hauptstadt Washington D.C.

Die eigentliche Zeremonie beginnt am heutigen Freitag um 9.30 Uhr (15.30 Uhr MEZ). Trump und Barack Obama treffen sich am Weißen Haus und fahren dann gemeinsam zum Kapitol, dem Sitz des Kongresses. Zunächst wird Pence um 11.30 Uhr vereidigt. Höhepunkt wird die Vereidigung Trumps um 12 Uhr (18 Uhr MEZ) sein. Danach hält Trump seine Amtantrittsrede.

Nach der "Inaugural Address" steht die "Inaugural Parade" auf dem Programm. Dabei läuft Trump nebst Gattin Melania und Vize Pence über die Pennsylvania Avenue bis zur Hausnummer 1600, dem Weißen Haus. Obama ist dann bereits auf dem Weg ins kalifornische Palm Springs - ein letztes Mal mit der Air Force One. Am Abend finden zahlreiche Bälle statt. Trump wird nach bisherigen Informationen auf drei Bällen tanzen. Zum Abschluss der Inaugurationsfeierlichkeiten findet am Samstagmorgen in der Washingtoner Nationalkathedrale ein interreligiöser Gottesdienst statt.

Welchen Eid leistet Trump?

Auf den Stufen des Kapitols legt Trump vor dem Obersten Richter John Roberts folgenden Amtseid ab: "Ich, Donald John Trump, schwöre feierlich, dass ich das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten getreulich ausführen und die Verfassung der Vereinigten Staaten nach besten Kräften wahren, schützen und verteidigen werde." Mit der Hand auf der Bibel, die bereits Abraham Lincoln bei seiner Inauguration nutzte, wird Trump hinzufügen: "So wahr mir Gott helfe." In diesem Moment beginnt die Amtszeit des 45. US-Präsidenten.

Wie viele Gäste erwartet Washington D.C.?

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Bereits wenige Tage vor der Inauguration twitterte Trump voller Stolz, dass Menschen "in Rekordzahlen" nach Washington reisen würden. Das Presidential Inaugural Committee (PIC), das die Feierlichkeiten organisiert, rechnete ursprünglich mit zwei bis drei Millionen Gästen. Tatsächlich dürften nach offiziellen Behördenangaben allerdings nur 900.000 Menschen den Weg in die Hauptstadt antreten. Den bisherigen Rekord hält Obama: Zu dessen erster Inauguration 2009 kamen rund 1,8 Millionen Menschen nach Washington.

Was kosten die Feierlichkeiten?

Einem Bericht der "Washington Post" zufolge sollen die Veranstaltungen insgesamt 175 bis 200 Millionen Dollar (etwa 163 bis 187 Millionen Euro) verschlingen. Es wäre damit die teuerste Inauguration der Geschichte. Die Kosten für die Vereidigungszeremonie werden lediglich etwas mehr als eine Million Dollar betragen. Erfahrungsgemäß wird der Mammutanteil für Sicherheitsmaßnahmen, Rettungs- und Reinigungsdienste sowie für Logistik draufgehen. Mit schätzungsweise etwas mehr als 100 Millionen Dollar (rund 93,5 Millionen Euro) wird die Summe allerdings geringer ausfallen als bei der bisherigen Rekordveranstaltung 2009, die 124 Millionen kostete.

Wer bezahlt das?

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Nach eigenen Angaben hat das PIC bereits 90 Millionen Dollar (rund 84,1 Millionen Euro) gesammelt. Das ist nicht nur ein neuer Rekord (den bisherigen Spitzenwert erzielte Obamas PIC 2009 mit 53 Millionen). Sondern auch viel Geld für einen ausgelassenen Partymarathon. Denn für alle Kosten des offiziellen Teils - beispielsweise für den Bühnenaufbau vor dem Kapitol, Sicherheits- und Reinigungspersonal - muss der Steuerzahler aufkommen.

Wie hoch ist der Sicherheitsaufwand?

Trump und seine bevorstehende Präsidentschaft polarisieren enorm. Das macht sich auch mit Blick auf die Sicherheitsvorkehrungen bemerkbar. Etwa 3200 Polizisten, 8000 Nationalgardisten und 5000 Soldaten werden von einem breiten Netzwerk aus FBI, Militär, National Park Service sowie mehr als 30 Sicherheitsunternehmen unterstützt. Insgesamt sollen etwa 28.000 Sicherheitsmitarbeiter die Festivitäten schützen. Der Leiter des Organisationskomitees des Kongresses, Senator Roy Blunt, verwies in der "New York Times" darauf, dass es im Vorfeld der Inauguration "mehr Drohungen aus mehr Richtungen" gebe als je zuvor.

Sind Proteste zu erwarten?

Landesweit werden etwa eine Million Menschen gegen den neuen Präsidenten demonstrieren. In Washington selbst sind 25 Veranstaltungen rund um die Inauguration angemeldet. Darunter sind auch Pro-Trump-Kundgebungen, wie etwa die der "Bikers for Trump". Die Mehrzahl der Veranstaltungen richtet sich jedoch gegen Trump.

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Die potenziell gefährlichste Versammlung ist das Bündnis "DisruptJ20", das die Inauguration massiv stören möchte. Die größte Kundgebung ist der "Marsch der Frauen" am 21. Januar. Bei Facebook haben bereits mehr als 211.000 Menschen ihr Kommen angekündigt; eine Viertelmillion zeigt sich an der Veranstaltung interessiert. Zudem wollen zahlreiche Stars wie Madonna, Cher, Katy Perry und Scarlett Johansson mit dem Protestzug durch Washington ziehen, um gegen Sexismus und für mehr Frauenrechte zu demonstrieren.

Zudem kündigten Dutzende demokratische Kongressabgeordnete an, nicht an der Inauguration teilzunehmen. Prominentestes Beispiel ist John Lewis. Die Ikone der Bürgerrechtsbewegung zweifelte die Legitimität von Trumps Wahl an, woraufhin Trump mit einem Wut-Tweet reagierte. Mittlerweile haben sich laut "Washington Post" mindestens 59 Demokraten dem Boykott angeschlossen.

Wer tritt beim Unterhaltungsprogramm auf?

Bei den Feierlichkeiten von Trump ist der Starfaktor im Vergleich zu denen seines Vorgängers relativ gering. Statt Bruce Springsteen, Stevie Wonder oder Beyoncé treten beim "Make America Great Again!"-Konzert Künstler aus der zweiten Reihe wie die Rockband 3 Doors Down, der Countrysänger Toby Keith oder die Piano Guys auf.

Bei der Vereidigungszeremonie wird Jackie Evancho auftreten. Die 16-Jährige, die bei der Casting-Show "America's Got Talent" 2010 den zweiten Platz holte, wird in Begleitung des "Mormon Tabernacle Choirs" die Nationalhymne singen. Ebenfalls auf dem Programm steht ein Auftritt der Tanzgruppe "Radio City Rockettes".

Wer tritt nicht auf?

Medienberichten zufolge gibt es eine lange Liste namhafter Künstler, die Trump eine Absage erteilten. So lehnten unter anderem Elton John, Andrea Bocelli, Ice-T, Céline Dion, Kiss und die Beach Boys einen Auftritt ab – teils mit Spott: Nachdem der DJ Moby eine Anfrage des PIC erhielt, schrieb er auf Instagram: "Hahahahaha, wartet, Hahahaha, wirklich? (…) Ich lache immer noch." Der Rapper Ice-T twitterte, dass er den PIC-Anruf nicht angenommen und die Nummer blockiert habe.

Thomas Barrack Jr., der die Inauguration organisiert, reagiert trotzig: "Wir haben das Glück, dass wir die größte Berühmtheit der Welt, den designierten Präsidenten, haben." Statt einer "Zirkus-artigen" Veranstaltung zur Amtseinführung werde die Feier von einer "zarten Sinnlichkeit" und einem "poetischen Tonfall" geprägt sein.

Quelle: n-tv.de

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