Politik

Operation Overlord vor 75 Jahren So lief der "D-Day" 1944 ab

RTX6WXOH.jpg

"Omaha Beach", 6. Juni 1944: US-Soldaten nähern sich in einem Landungsboot der französischen Küste.

(Foto: REUTERS)

Europa und die Welt erinnern in diesem Jahr an ein besonders Datum: Am 6. Juni 2019 jährt sich die größte amphibische Landungsoperation der Menschheitsgeschichte zum 75. Mal. Die ebenso gigantische wie riskante Militäraktion markiert den Auftakt zum Sieg über Hitler-Deutschland.

Mit großem Aufwand und zahlreichen Festakten wird am Mittwoch und Donnerstag in Großbritannien und Frankreich an den 75. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944 erinnert.

Ein Blick zurück in die Geschichtsbücher führt die Ereignisse rund um die entscheidenden Tage im Kriegssommer 1944 wieder vor Augen. Wie genau lief der "D-Day" ab? Ein Überblick:

5. Juni 1944

4.30 Uhr morgens: US-General Dwight D. Eisenhower gibt mit seinem berühmten "Ok, let's go" grünes Licht für den Beginn der "Operation Overlord".

21.15 Uhr: Der britische Rundfunksender BBC sendet Auszüge aus einem Gedicht des französischen Poeten Paul Verlaine - das Signal an die französischen Widerstandskämpfer in der Normandie, dass sie mit Sabotageakten gegen die deutsche Besatzungsmacht beginnen sollen.

22.15 Uhr: In Großbritannien starten die ersten Transportflugzeuge mit britischen und US-Fallschirmjägern.

6. Juni 1944

0.05 Uhr: Der "längste Tag" beginnt: Die ersten Kommandosoldaten springen fünf Minuten nach Mitternacht über der Region ab, um die Landeplätze für die folgenden Fallschirmjäger zu markieren. Zudem beginnen alliierte Bomber mit Luftangriffen deutscher Stellungen.

0.15 Uhr: Die ersten alliierten Lastensegler mit Soldaten und Material an Bord landen im Hinterland der Normandie-Küste.

0.50 Uhr: Britische Soldaten übernehmen die Kontrolle über die strategisch wichtigen Brücken von Bénouville ("Pegasus Bridge") und Ranville. In den folgenden Stunden landen tausende Fallschirmjäger in der Normandie.

5.00 Uhr: Die gigantische Invasionsflotte der Alliierten erreicht nach der Überfahrt über den Ärmelkanal die Strände der Normandie. Weniger als eine halbe Stunde später beginnen die Kriegsschiffe mit dem direkten Artilleriebeschuss deutscher Küstenstellungen.

6.30 Uhr: Beginn der Landung von US-Truppen an den Stränden mit den Codenamen "Utah" und "Omaha" unter teils heftigem Abwehrfeuer.

7.00 bis 07.45 Uhr: Beginn der Landung britischer Soldaten an den Strandabschnitten "Sword" und "Gold" sowie von kanadischen Soldaten am Strand "Juno".

9.30 Uhr: General Eisenhower gibt in der BBC die Landung der Alliierten in der Normandie offiziell bekannt.

10.00 Uhr: Adolf Hitler wird von Mitarbeiter aus seinem engsten Umfeld geweckt. Um die gleiche Zeit wird Generalfeldmarschall Erwin Rommel informiert, der für die Verteidigung der Atlantikküste zuständig ist, wegen des Geburtstages seiner Frau aber in Deutschland weilt. Er eilt am selben Tag in die Normandie zurück.

12.00 Uhr: Der britische Premierminister Winston Churchill gibt vor dem Parlament in London eine Erklärung zum Beginn der Invasion der Alliierten ab.

18.00 Uhr: Der französische General Charles de Gaulle hält im Exil in London eine Radioansprache und verkündet: "Die Entscheidungsschlacht hat begonnen!"

Mitternacht: Am Ende des D-Day sind 156.000 alliierte Soldaten in der Normandie gelandet. Wie viele Menschen bei den Kämpfen an den Stränden ums Leben kamen, lässt sich kaum mehr rekonstruieren. Allein auf Seite der Allierten gelten rund 18.000 Soldaten bis heute offiziell als vermisst. Mehr als 150.000 wurden bei der Landungsoperation insgesamt verwundet.

Bei den Kämpfen im Hinterland kamen auch zahlreiche Zivilisten ums Leben. Auf deutscher Seite belaufen sich die Verluste im Landungsgebiet Schätzungen zufolge auf insgesamt rund 200.000 Soldaten.

Die erfolgreiche Landung der Allierten bildete den Auftakt für die Befreiung Frankreichs und Europas vom Nationalsozialismus und trug als zweite Front im Westen maßgeblich zum Sieg über Hitler-Deutschland bei. Bis zur bedingungslosen Kapitulation des "tausendjährigen Reichs" sollte der Zweite Weltkrieg allerdings noch fast ein volles Jahr andauern.

Quelle: n-tv.de, mmo/AFP

Mehr zum Thema