Politik

Corona-Fälle in Nachbarländern Söder: Um uns herum "explodieren" Zahlen

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Ministerpräsident Söder zu Besuch im Klinikum Nürnberg: ​"Ich mache mir schon Sorgen."

(Foto: dpa)

Die Entwicklung der Pandemie in Deutschlands Nachbarländern sorgt Bayerns Ministerpräsidenten Söder. Es sei blauäugig zu glauben, "das hätte mit uns nichts zu tun", sagt er. Gleichzeitig beobachte er in der Bevölkerung "viel Unvernunft". Doch Söder betont auch, dass die Lage beherrschbar bleiben könne.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich über zu viel Unvernunft in der Bevölkerung im Umgang mit dem Coronavirus beklagt. "Meine Sorge ist, ehrlicherweise, dass wir zwar medizinisch besser gewappnet sind, aber dass wir uns im Moment tatsächlich mit mehr Unvernunft umgeben", sagte der CSU-Politiker beim Besuch des Nürnberger Südklinikums.

"Ich mache mir schon Sorgen", fügte Söder hinzu. "Zu glauben, dass um uns herum die Zahlen explodieren und auch die Krankenhäuser langsam wieder volllaufen und zu glauben, das hätte mit uns nichts zu tun - das ist zumindest etwas blauäugig", sagte der Ministerpräsident mit Blick auf drastisch gestiegene Infektionszahlen in Ländern wie Frankreich.

Entscheidend sei, dass eine exponentielle Kurve auf alle Fälle vermieden werden müsse, um einen weiteren Lockdown zu vermeiden. Corona bleibe beherrschbar, solange das Infektionsgeschehen auf dem bisherigen Niveau bleibe und lokal eingedämmt werden könne. Frühes und schnelles Testen bleibe deshalb eine Chance, die Verbreitung der Infektion zu verhindern. "Wir brauchen für Corona einen langen Atem."

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Bayerns Teststrategie? "Hat voll funktioniert"

Auch zur umstrittenem bayerische Corona-Teststrategie äußerte sich Söder. Er halte diese für einen großen Erfolg. "Das hat ja voll funktioniert", sagte er dem Nachrichtenportal "The Pioneer" über die Massentests für Reiserückkehrer an Flughäfen, Autobahnen und Bahnhöfen. 6000 positive Fälle seien identifiziert worden. "Die wären ohne die Maßnahmen unerkannt gewesen und hätten zu einer großen Verbreitung geführt."

Es sei zwar immer mal wieder zu Verzögerungen bei der Mitteilung der Testergebnisse gekommen. "Aber insgesamt habe ich den Eindruck, dass gerade die bayerische Bevölkerung da schon sehr dankbar war, dass es diese Möglichkeiten gibt."

Quelle: ntv.de, kst/dpa