Politik

"Leider reicht es nicht" Söder von Impfkampagne enttäuscht

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Will konsequent bleiben: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-pool)

Erst will sich die Politik einen Überblick verschaffen, wie die deutsche Ansteckungsdynamik zum Jahreswechsel wirklich aussieht. Der bayerische Ministerpräsident Söder nennt aber noch einen simplen Grund, warum an ein schnelles Lockdown-Ende nicht zu denken ist: "Der Impfstoff reicht leider nicht."

Kurz vor dem nächsten Bund-Länder-Gipfel hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder noch einmal für eine Verlängerung des Lockdowns plädiert. "Die Zahlen sind nach wie vor einfach zu hoch. Wir haben keinen Überblick, was wirklich an Weihnachten und Silvester passiert ist", sagte Söder im Gespräch mit RTL und ntv. Eine Lockerung von Einschränkungen schloss der CSU-Chef aus. "Wir sollten konsequent bleiben und keine halben Sachen machen. Das heißt, wir müssen den Lockdown verlängern, um die Zahlen weiter herunter zu bekommen."

Söder sprach sich gegen eine Öffnung der Schulen aus, das sei unverantwortlich. Es gebe ein Infektionsgeschehen in Schulen und Kitas. "Natürlich wird es weiter Notbetreuung geben. Ich weiß, dass die Situation schwierig ist, aber da sind wir besser mit Homeschooling und Distanzunterricht bedient als mit vorschnellen Lockerungen."

Der bayerische Ministerpräsident wünschte sich zudem mehr Corona-Impfstoff und machte auch das schleppende Impfgeschehen für die verlängerten Einschränkungen verantwortlich. "Wir müssen jetzt leider den Lockdown verlängern, weil nicht genügend Impfstoff da ist. Zum Glück gibt es einen, aber leider zu wenig", sagte Söder im Gespräch mit den Sendern.

Ramelow plant Einschränkungen beim Bewegungsradius

Außer Söder hatten zuvor auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer von der CDU und Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow von der Linken eine Lockdown-Verlängerung um weitere drei Wochen bis Ende Januar gefordert. Bayern, Sachsen und Thüringen sind stark von der zweiten Infektionswelle betroffen.

Ramelow will den Lockdown in Thüringen angesichts der hohen Infektionswerte sogar verschärfen. Er habe dem Kabinett vorgeschlagen, den Bewegungsradius der Menschen auf 15 Kilometer im Umkreis ihres Wohnortes zu beschränken, sagte er. Das Kabinett will darüber am Dienstag nach den Bund-Länder-Gesprächen entscheiden. Ramelow reagierte damit auch auf den Ansturm auf die Wintersportgebiete im Thüringer Wald. Weniger betroffene Länder wollen zunächst nur um zwei Wochen verlängern und bevorzugen eine neue Abstimmung mit dem Kanzleramt nach zwei Wochen. Die Regierungschefs von Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Hessen, Peter Tschentscher (SPD), Stephan Weil (SPD), Reiner Haseloff (CDU), Malu Dreyer (SPD) und Volker Bouffier (CDU), gehen ebenfalls davon aus, dass die strengen Regeln weiter gelten müssen. Sie nannten in Interviews aber keine Zeitspanne.

Quelle: ntv.de, mau