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Engpass bei der Bundeswehr Soldaten müssen auf neue Stiefel warten

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Das neue Schuhwerk erreicht alle Bundeswehr-Soldaten erst in knapp drei Jahren.

(Foto: picture alliance / dpa)

"Man stelle sich vor, Feuerwehrleute würden Brände in Pantoffeln löschen." Die FDP-Politikerin Strack-Zimmermann ist mit der aktuellen Schuh-Situation in der Bundeswehr absolut unzufrieden. Der Grund: Die Lieferung der neuen Stiefel-Modelle dauert viel länger als geplant.

Bei der Beschaffung neuer Stiefel für die Bundeswehr gibt es offenbar enorme Verzögerungen. "Die vollständige Umsetzung des neuen Kampfschuhsystems Streitkräfte wird nach derzeitiger Planung bis zum Ende des zweiten Quartals 2022 abgeschlossen sein", schrieb das Verteidigungsministerium an die FDP-Abgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann, wie der "Tagesspiegel" berichtete. Eigentlich sei geplant gewesen, dass alle Angehörigen der Streitkräfte bis Ende 2020 neue Schuhe bekommen.

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Dürften bei der Causa Stiefel nichts zu lachen haben: Strack-Zimmermann und Kramp-Karrenbauer (rechts).

(Foto: picture alliance/dpa)

Dieser "Zeitansatz" habe sich "aufgrund begrenzter Produktionskapazitäten der Industrie" nicht halten lassen, teilte das Ministerium der Zeitung mit. Eine konkrete Zahl der Soldaten, die bereits über neue Stiefel verfügen, nannte eine Sprecherin demnach nicht. "Erst einige" hätten einen vollständigen neuen Kampfschuhsatz erhalten.

In dem Schreiben an Strack-Zimmermann heißt es laut "Tagesspiegel", gut 160.000 der knapp 183.000 Truppenangehörigen hätten ein erstes Paar des schweren Kampfschuhs bekommen - es fehle aber noch das zweite. Nur gut 31.000 Soldaten haben demnach schon den leichten Kampfschuh. Der Wechsel vom "Ganzjahresschuh" auf zwei Paar des schweren und ein Paar des leichten Kampfschuhs wurde seit 2016 geplant.

AKK: Truppe "im Sinne ihrer Aufgaben" ausstatten

Es mute "grotesk" an, dass es so lange dauere, die gesamte Truppe mit neuem Schuhwerk auszurüsten, sagte Strack-Zimmermann dem "Tagesspiegel". Es gehe hier schließlich nicht um Mode, sondern um eine Sicherheitsfrage. "Man stelle sich vor, Feuerwehrleute würden Brände in Pantoffeln löschen."

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer betonte während ihres Antrittsbesuch beim Heer und beim Sanitätsdienst der Bundeswehr, um ihre "Bereitschaft zum Dienen" gut umsetzen zu können, bräuchten die Soldaten "modernes und einsatzerprobtes Material". Die Truppe müsse "im Sinne ihrer Aufgaben" ausgestattet werden, sagte die CDU-Chefin. Dazu zähle gerade auch "die persönliche Ausstattung" der Soldaten.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP

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