Politik

Plötzlich "Corona-Leugner" Spahn attackiert "destruktive" AfD

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"Das Ziel der AfD-Führung ist selbst in einer solchen nationalen Krise nicht die Sacharbeit", sagt Spahn.

(Foto: imago images/photothek)

Noch vor ein paar Wochen fordert die AfD immer härtere Maßnahmen, um die Ausbreitung der Corona-Pandemie in Deutschland zu verhindern. Dann der Stimmungswechsel: Nun gibt sich die Partei eher als "Corona-Leugner". Der Gesundheitsminister kann mit dieser Wandelbarkeit wenig anfangen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat der AfD-Spitze "destruktive Stimmungsmache" in der Corona-Krise vorgeworfen. "Die AfD, die sich jetzt als Corona-Leugner versucht, ist dieselbe AfD, die noch vor Kurzem immer härtere Maßnahmen gegen das Virus gefordert hat", sagte der CDU-Politiker der Zeitung "Die Welt". "Das Ziel der AfD-Führung ist selbst in einer solchen nationalen Krise nicht die Sacharbeit."

Spahn äußerte sich auch positiv zu den Gesprächen des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) mit einigen Demonstranten bei Protesten gegen die Corona-Maßnahmen am Samstag in Dresden. "Ich finde es richtig, dass Michael Kretschmer den Dialog anbietet." Es sei richtig, sich dieser Debatte zu stellen. Zu Beginn der Pandemie habe man in Deutschland "ein neues Wir-Gefühl" erlebt.

Debatten dürfen nicht wieder spalten

Nach Jahren der gesellschaftlichen Polarisierung, zuerst in der Flüchtlings- und dann in der drängenden Klimafrage, habe sich gezeigt, dass die Bürger eine Gemeinschaft seien und aufeinander aufpassten. Die inzwischen entbrannten Debatten um die umfassenden Corona-Maßnahmen sollten so ausgetragen werden, "dass sie zusammenführen und nicht wieder spalten", mahnte der Gesundheitsminister.

Auf die Frage, ob auch er zur Diskussion mit Kritikern eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen besuchen werde, zeigte sich Spahn offen für einen solchen Schritt: "Ich bin nicht dafür bekannt, dass ich Debatten aus dem Weg gehe", sagte er. In den vergangenen Wochen hatten tausende Menschen in deutschen Städten gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert.

Quelle: ntv.de, tno/dpa/AFP