Politik

Minister ist für höhere Löhne Spahn ruft Pflegekräfte auf, sich zu wehren

Zum Auftakt des "Deutschen Pflegetages" trifft Gesundheitsminister Spahn auf Beschäftigte der Branche. Das größte Problem sei die Besetzung offener Stellen, meint der CDU-Politiker. Die Debatte müsse aber ehrlich sein: Bessere Bezahlung und mehr Personal führten zu höheren Kosten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht die größte Herausforderung in der Pflege in der Besetzung offener Stellen. Dafür brauche man einen langen Atem, und das sei auch nicht per Gesetz aufzulösen, sagte er zum Auftakt des "Deutschen Pflegetages". "Jedes Krankenhaus, jeder ambulante oder stationäre Pflegedienst in Deutschland sucht gerade Personal und hat das Geld für die Stellen, kann sie nur nicht besetzen". Das sei die große Aufgabe für die 20er-Jahre.

Der Minister stimmte Forderungen der Pflegebeschäftigten nach einer besseren Bezahlung zu und sprach sich auch für eine weitere Erhöhung von Mindestlöhnen aus. Die Frage der Tarifverhandlungen sei aber eigentlich eine Aufgabe zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten. "Ein Thema kann Ihnen, wer immer Minister oder Ministerin wird in den nächsten 20 Jahren, keiner abnehmen", sagte er an die Teilnehmer des Kongresses gerichtet. Das sei die Frage, "wie sehr Sie sich selbst zusammentun, um ihre Interessen durchzusetzen". Jedes Krankenhaus und jeder Pflegedienst suche Personal. "Sie sitzen am längeren Hebel."

"Mindestens eine Jahrzehntaufgabe"

Spahn forderte eine ehrliche Debatte über die Kosten der Pflege. Mehr Personal und bessere Bezahlung zu verlangen und dann die Kosten zu beklagen, "das passt noch nicht so ganz zusammen", sagte der Minister. Wer "a" sage und Verbesserungen verlange, "muss dann auch 'b' sagen, dass das mit Kosten verbunden ist". Diese Debatte müsse die Gesellschaft führen.

"Wir waren teuer, weil wir zum Beispiel in die Pflege investiert haben", räumte Spahn mit Blick auf die öffentlichen Diskussionen über die Kosten von Gesundheit und Pflege ein. Aber gerade die Corona-Pandemie zeige: "Ein starkes Gesundheitswesen, eine starke Pflege, gibt persönliche Sicherheit in der Krise." Häufig sei das Problem, dass das Geld für die Stellen vorhanden sei, diese aber nicht besetzt werden könnten. "Der Weg ist länger als drei Jahre, das ist mindestens eine Jahrzehntaufgabe", betonte der Gesundheitsminister.

Die Große Koalition hat nach Ansicht von Spahn bei der Pflege in den vergangenen Jahren "ziemlich viel angepackt". Er verwies auf neu entstandene Stellen, bessere Bezahlung etwa durch Mindestlöhne in der Altenpflege und Reformen in der Ausbildung wie die Abschaffung des Schulgelds. Die Auszubildendenzahlen in der Pflege seien so hoch wie nie zuvor.

Quelle: ntv.de, mbe/dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.