Politik

Baldige Lockerung nicht in Sicht Spahn schwört Deutschland auf Verzicht ein

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Eine "nationale Kraftanstrengung im November" sei nötig, sagte Spahn im ZDF-"heute-journal".

(Foto: picture alliance/dpa)

Der neue Teil-Lockdown tritt in Kraft und die Bundesregierung macht den Bürgern keine Hoffnung, dass die Einschränkungen schnell wieder aufgehoben werden könnten. Gesundheitsminister Spahn fordert eine "nationale Kraftanstrengung".

Unmittelbar vor dem Teil-Lockdown im November hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Deutschen auf "Monate der Einschränkungen und des Verzichts" im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie eingeschworen. Selbst wenn das öffentliche Leben in einigen Wochen wieder hochfahre, könnten danach erneut strenge Beschränkungen drohen. "Niemand kann ausschließen, dass es nicht irgendwann in der Folge wieder dazu kommt", sagte der CDU-Politiker im ZDF.

Auch Kanzleramtsminister Helge Braun machte bei einem Auftritt in der ARD-Sendung "Anne Will" wenig Hoffnung, dass schon in kurzer Zeit wieder Maßnahmen des ab heute geltenden Teil-Lockdowns zurückgenommen werden können. "Ich halte es nicht für wahrscheinlich, dass wir in zwei Wochen schon Maßnahmen lockern können", sagte der CDU-Politiker. Doch gehe er insgesamt fest davon aus, "dass sich das Infektionsgeschehen mit den Maßnahmen, die wir jetzt beschlossen haben, wirklich deutlich bremst". Der Gesamterfolg hänge aber vom Willen jedes Einzelnen ab. Den Geist, der im März geherrscht habe, brauche man auch in diesem Winter wieder.

Spahn rief die Bürger eindringlich zur deutlichen Reduzierung ihrer Kontakte auf. Um angemessen mit der "Jahrhundertsituation" der Corona-Pandemie umzugehen, sei eine "nationale Kraftanstrengung im November" nötig, sagte Spahn im ZDF. Damit Kitas und Schulen offen bleiben könnten, müssten die Kontakte anderweitig "umso mehr" verringert werden.

Zahl der Intensivpatienten verdreifacht

Spahn zeigte sich zuversichtlich, dass wie durch den Lockdown im Frühling auch durch die Einschränkungen im November die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus deutlich verlangsamt werden könne. Von Vorteil sei, dass mittlerweile mehr über den Erreger und seine Verbreitung bekannt sei. "Wir können mit jedem Monat besser mit diesem Virus umgehen", sagte Spahn.

Die vergangenen Wochen mit den hohen Zahlen der Neuinfektionen in Deutschland hätten aber auch gezeigt, dass es ganz ohne staatliche Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie nicht gehe, betonte der Gesundheitsminister. So habe sich die Zahl der intensivmedizinisch betreuten Covid-19-Patienten in Deutschland in den vergangenen zwei Wochen verdreifacht.

Am Montag treten in Deutschland härtere Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Kraft. Der gemeinsame Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist nur noch Menschen aus zwei Hausständen erlaubt, höchstens aber zehn Menschen. Das Angebot von Gastronomie sowie Übernachtungsangebote werden massiv eingeschränkt, zahlreiche Betriebe und Einrichtungen wie Opern, Theater, Schwimmbäder und Fitnessstudios müssen schließen. Anders als beim Lockdown im Frühling bleiben Schulen und Kitas aber offen.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa