Politik

Theaterbesuche wieder möglich Spahn verspricht Freiheiten durch neue Tests

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Schnell und für den Laien anwendbar: Die neuen Selbsttests sind ein Freiheitsversprechen.

(Foto: picture alliance / SVEN SIMON)

Nachdem Gesundheitsminister Spahn viel Kritik einstecken muss, weil die kostenlosen Schnelltests nun doch nicht zum 1. März verfügbar sind, rechtfertigt er sich im Bundestag. Statt über ein "Fiasko" zu sprechen, skizziert Spahn lieber die neuen Freiheiten, die nun auf die Deutschen warten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat der Bevölkerung im Corona-Lockdown wieder mehr Freiheit durch eine Ausweitung der Tests in Aussicht gestellt. Schnell- und Selbsttests würden Schritt für Schritt helfen, "ein Stück mehr Freiheit wieder zu haben", sagte Spahn im Bundestag in Berlin. Insgesamt sei es gelungen, die Dynamik der Pandemie ein ganzes Stück zu brechen. Doch nun sei es zur Ausbreitung der ansteckenderen Virusvarianten gekommen. Die Mutation sei vor allem deswegen ansteckender, weil ein Infizierter dann länger ansteckender sei. "Wir wähnten uns auf einem guten Weg, aber dieses Virus gibt nicht einfach auf", sagte der CDU-Politiker. Die Infiziertenzahlen sänken derzeit nicht mehr. "Das strengt an."

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hatte die ersten drei Sonderzulassungen für Corona-Selbsttests, die man auch ohne Schulung zu Hause machen kann, am Vormittag erteilt. Schnelltests, die geschultes Personal durchführen muss, sollen voraussichtlich in rund zwei Wochen etwa in Apotheken kostenlos gemacht werden können. Der Gesundheitsminister erläuterte, Laien-Selbsttests seien geeignet, wenn jemand für sich Sicherheit haben wolle. Sie könnten perspektivisch aber auch dazu dienen, wieder Besuche von Theatern oder anderen Veranstaltungen zu ermöglichen. "Das ist die Perspektive." Nach der erfolgten Zulassung der ersten drei Selbsttests seien diese nicht sofort überall verfügbar. Er sei aber sehr zuversichtlich, dass Woche für Woche deutlich mehr Tests auf den Markt kommen. Schnelltests wiederum seien überall dort die erste Wahl, wo ein durch Dritte dokumentiertes Ergebnis nötig sei - etwa bei Reisen.

"Kostenlos ist nichts - einer zahlt immer"

Die Verfügbarkeit von kostenlosen Corona-Selbsttests für die breite Bevölkerung will Spahn derweil auch von den Marktpreisen abhängig machen. "Die Frage der Bezuschussung des Erwerbs hängt sehr von den Preisen ab", sagte der Minister weiter. Noch wisse man nicht, wie teuer die bereits zugelassenen Tests im Einzelhandel seien. "Für mich macht es einen Unterschied, ob ein Test zwei Euro oder zehn Euro kostet." Entsprechend müsse man auch die Frage nach der Bezuschussung besprechen und ob die Tests auch für jedermann kostenfrei sein sollten. "Kostenlos ist nichts - einer zahlt immer", sagte Spahn.

Mit Blick auf die Situation in Österreich, wo ab 1. März Corona-Selbsttest für zu Hause in Apotheken angeboten werden, sagte Spahn, dass die Zulassungsvoraussetzungen für Selbsttests in Deutschland höher seien. "Mir reicht es nicht, wenn der Hersteller einen Zettel unterschreibt und sagt: Die Tests sind gut." Hierzulande seien Studien über die Qualität der Tests einzureichen. Wenn man Tests zu einem Instrument der Pandemie machen wolle, müssten sie auch hinreichend gute Ergebnisse liefern.

Spahn wehrte sich auch gegen die harsche Kritik aus den Ländern und von der Opposition, weil er die Einführung der kostenlosen Selbsttests zunächst für den 1. März versprochen, aber dann einen Rückzieher gemacht hatte. Manche Debatten hätten sich mit der Zeit verhärtet, sagte Spahn dazu. Doch alle Beteiligten bemühten sich, die Lage in den Griff zu bekommen - "mit Umsicht, mit Impfen, mit Testen".

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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