Politik

Sorge um das Wirtschaftswachstum Spanien braucht mehrere Millionen Migranten

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Spaniens Wirtschaft braucht nach Ministerangaben mehrere Millionen Migranten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Spanien hat derzeit etwa 47 Millionen Einwohner. Doch um diese Einwohnerzahl zu halten, heißt es aus Madrid, sei das EU-Land auf Zuwanderung angewiesen. Ein Minister beziffert den Bedarf auf bis zu neun Millionen Menschen.

Die Debatte um die Auswirkungen des demografischen Wandels in Industriestaaten erreicht Spanien: Nach Ansicht der Regierung in Madrid benötigt die spanische Wirtschaft mehrere Millionen Zuwanderer aus dem Ausland, um ihr derzeitiges Niveau in den kommenden Jahrzehnten halten zu können.

Sein Land zähle derzeit rund 47 Millionen Einwohner, führte der für Soziale Sicherheit und Migration zuständige Minister José Luis Escrivá bei einem Forum der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zur Migration in Paris aus. "Und wir brauchen acht bis neun Millionen Menschen, nur um die Zahl der aktiven Bevölkerung zu halten."

Niemand könne der demografischen Entwicklung entkommen, sagte Escrivá weiter. "Wenn wir unseren Lebensstandard halten wollen, müssen wir darauf vorbereitet sein, zusätzliche Migranten aufzunehmen." Escrivá mahnte zugleich: "Wir müssen unsere Gesellschaften darauf vorbereiten; ihnen erklären, warum das für sie, ihre Kinder und die künftigen Generationen gut ist."

Kontrollierte Zuwanderung

EU-Innenkommissarin Ylva Johansson wies bei der Konferenz auf ein "mangelndes Vertrauen" der Menschen gegenüber den politisch Verantwortlichen hin. Die Bürger in Europa seien durchaus bereit zur Aufnahme "schutzbedürftiger Migranten oder Einwanderer, die einen Beitrag zu unserer Wirtschaft leisten".

Die Sorge der Bevölkerung sei es aber, dass die Migration unkontrolliert verlaufe. "Wir müssen zeigen, dass wir die Immigration unter Kontrolle haben", sagte Johansson.

Quelle: ntv.de, bad/AFP