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Migranten springen ins Meer Spanien schickt Marineschiff zu "Open Arms"

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Beamte der italienischen Küstenwache bringen einen der Geflüchteten, die ins Meer gesprungen waren, an Land.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein spanisches Marineschiff wird wohl die prekäre Lage der "Open Arms" beenden. Die Migranten an Bord des Schiffes sollen nach Mallorca gebracht werden. Zuvor eskaliert die Lage auf dem Schiff weiter: Erneut springen Geflüchtete aus Verzweiflung ins Meer, um nach Lampedusa zu schwimmen.

Die spanische Regierung wird ein Marineschiff zu dem vor der italienischen Insel Lampedusa liegenden Rettungsschiff "Open Arms" schicken. Die "Audaz" solle die "Open Arms" von dort bis zum Hafen von Palma de Mallorca begleiten, hieß es in einer Mitteilung. Das Schiff werde seit dem Morgen nahe der andalusischen Stadt Cádiz für die Überfahrt vorbereitet. Die Regierung in Madrid halte dies für die "angemessenste Lösung", hieß es. Sie hatte der "Open Arms" nach einer wochenlangen Weigerung Italiens, die Migranten an Land zu lassen, den nächstgelegenen spanischen Hafen angeboten. Das sind Menorca oder Mallorca. Jedoch sah sich die NGO nicht in der Lage, in der prekären Lage an Bord allein noch tagelang quer über das Mittelmeer zu fahren.

Die spanische Verteidigungsministerin Margarita Robles sagte, angesichts der humanitären Notlage an Bord dürfe niemand wegschauen. Der italienische Innenminister Matteo Salvini kümmere sich nicht um Menschenleben, sondern nur um seinen Wahlkampf.

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Die Lage auf dem Rettungsschiff war zuvor außer Kontrolle geraten: Mehrere Migranten sprangen ins Wasser und versuchten, die einige Hundert Meter entfernt liegende italienische Insel Lampedusa schwimmend zu erreichen. Zunächst seien neun Menschen ins Meer gesprungen, twitterte die Hilfsorganisation Proactiva Open Arms. Später folgten ihnen fünf weitere. Die italienische Küstenwache rettete sie aus den Fluten. Alle seien nach Lampedusa gebracht worden, schrieb die NGO Proactiva Open Arms. Ihr Fazit: "An Bord hat die Situation ihr Limit erreicht." An Land seien die Migranten umgehend von Ärzten betreut worden, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa.

Das Schiff ist seit fast drei Wochen auf See. Bereits am Wochenende hatten sich mehrere Migranten ins Meer gestürzt, sie waren aber von Helfern zurück aufs Schiff gebracht worden. "18 Tage in einer Eisenkiste eingesperrt, Wasser und Lebensmittel rationiert ... Die Situation ähnelt der eines libyschen Lagers, aber in italienischen Hoheitsgewässern", twitterte Proactiva-Gründer Oscar Camps.

Schon bevor klar war, wie die Lösung Spaniens aussehen wird, teilte Salvini mit: "Spanische NGO, spanisches Schiff, spanischer Hafen: richtig so. Die italienische Kohärenz und die Standhaftigkeit zahlen sich aus, wir sind nicht länger das Flüchtlingslager Europas." Obwohl die "Open Arms" seit Tagen direkt vor Lampedusa liegt und sich mehrere EU-Staaten zur Aufnahme der Menschen bereit erklärt hatten, will Salvini die Menschen weiter nicht an Land lassen. "Das, was Salvini im Zusammenhang mit Open Arms macht, ist eine Schande für die gesamte Menschheit", sagte Robles.

Zeitweise befanden sich rund 160 Migranten an Bord, jedoch waren mehrmals Menschen in prekärem Gesundheitszustand an Land nach Italien oder Malta gebracht worden. Auch durften zuletzt 27 nicht begleitete Jugendliche in Lampedusa an Land gehen. Der rechte Politiker Salvini, der einen extrem harten Kurs in seiner Flüchtlingspolitik fährt, hatte dem aber nur aufgrund des Drucks von Ministerpräsident Giuseppe Conte zugestimmt. Wie viele Migranten noch an Bord verblieben, ist bisher nicht bekannt. Die Regierung in Madrid hatte dem Schiff am Montag den nächstgelegenen spanischen Hafen angeboten - jedoch sah sich die NGO nicht in der Lage, in der prekären Lage an Bord noch tagelang quer über das Mittelmeer zu fahren. Italien hatte angeboten, die Migranten mit einem Schiff ihrer Küstenwache nach Spanien zu fahren.

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Quelle: n-tv.de, agr/dpa

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